Die Brüsseler Landesregierung hat am Freitag grünes Licht für eine Strategie gegeben, mit der die Attraktivität Brüssels als internationale Gastgeberstadt und Hauptstadt Europas gestärkt werden soll. Dieses Konzept umfasst zahlreiche konkrete Projekte zur Verbesserung der Dienstleistungen und des Empfangs der internationalen Mitbürger Brüssels. Sie zielt auch darauf ab, die Attraktivität des Europaviertels durch Interventionen im öffentlichen Raum und eine stimmige Vision für künftige (Neu-)Gestaltungen zu erhöhen.
Brüssel verabschiedet Strategie zur Stärkung seiner internationalen Attraktivität als Hauptstadt Europas
So wird sich der Schuman-Platz im Rahmen der laufenden Metamorphose des Europaviertels von einem banalen Kreisverkehr zu einem urbanen Platz entwickeln, auf dem sich die Menschen aus aller Welt begegnen können.
Derzeit ist das Europaviertel immer noch ein eher monofunktionales Büro-Viertel mit zu wenig qualitativ hochwertigen öffentlichen Räumen. Der neue strategische Ansatz wird es ermöglichen, alle privaten und öffentlichen städtebaulichen Initiativen zu koordinieren.
Neugestaltung des Luxemburger Platzes
Der Place du Luxembourg oder Luxemburgplein, was "Luxemburger Platz" bedeutet, ist ein Platz im Europaviertel von Brüssel, Belgien. Es ist bei lokalen europäischen Bürokraten und Journalisten besser bekannt unter einem seiner Spitznamen, Place Lux oder Plux.
Als Ergänzung zum neuen Schuman-Platz wird der "Place Lux" nach einer vollständigen Metamorphose das schlagende Herz des Viertels werden, so die nach der Sitzung der Brüsseler Regierung verbreitete Pressemitteilung.
Die Renovierung des Jubelpark/Cinquantenaire-Parks nimmt ebenfalls konkretere Formen an. Die Bundesbehörden möchten den monumentalen Stadtpark bis 2030, wenn Belgien sein 200-jähriges Bestehen feiert, vollständig renovieren.
Außerdem wird eine Designstudie für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahngleise zwischen dem Europäischen Parlament und dem Schuman-Platz durchgeführt.
Wie in anderen Stadtvierteln (u.a. Nordviertel) will die Region Brüssel durch eine aktive Städtebaupolitik die treibende Kraft bei der Umwandlung des Europaviertels in ein lebendiges und multifunktionales Stadtviertel sein. Die europäischen Institutionen in Brüssel sollen in Zukunft eine sichtbarere Rolle spielen.
Neue Europäische Schule
Internationalen Brüsseler Mitbürgern wird der Zugang zu allen öffentlichen Dienstleistungen durch einen elektronischen Personalausweis erleichtert werden. Geplant sind eine neue Europäische Schule in Neder-Over-Heembeek und eine "Hybrid"-Schule, die europäische und belgische Schüler zusammenbringt. Einige bestehende Europäische Schulen werden ebenfalls renoviert.
Eine eigene Identität für das Europaviertel
Das Europaviertel selbst wird seine eigene visuelle Identität erhalten, und eine Kommunikationsstrategie soll das graue Image des Viertels verbessern. Vor dem Europäischen Parlament wird es eine neutrale Zone geben, analog zu der des Bundesparlaments. Die Solvay-Bibliothek im Leopoldpark wird in naher Zukunft die Bibliothek für Europarecht unterbringen.
Brüssel beherbergt zahlreiche europäische und internationale Institutionen, die 120.000 Arbeitsplätze sichern. Der wirtschaftliche Mehrwert dieser Standorte beträgt 5 Milliarden Euro pro Jahr, wie aus einer Studie von commissioner.brussels, dem Brüsseler Kommissariat, das als Bindeglied zwischen den europäischen und internationalen Institutionen und der Region Brüssel fungiert, hervorgeht.
Die Studie betont, wie wichtig es für ganz Belgien sei, die Attraktivität von Brüssel als Hauptstadt Europas auf internationaler Ebene zu steigern. Die Region Brüssel hat in den letzten Jahren bereits mehrere Initiativen ergriffen, um die Position Brüssels als europäische Hauptstadt zu stärken.
Veränderungen für den Schuman-Platz
So soll beispielsweise der Schuman-Platz, der heute ein banaler Kreisverkehr ist, in einen symbolträchtigen städtischen Platz umgewandelt werden. Die vorbereitenden Arbeiten für den Platz, werden im Frühjahr 2023 beginnen.
Der von der Brüsseler Regierung bestätigte strategische Ansatz ist das Ergebnis eines konstruktiven Dialogs mit den europäischen Institutionen.
