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Inland
Wirtschaft

Die Belgische Nationalbank geht nicht (mehr) von einer ökonomischen Rezession aus

Die Belgische Nationalbank (BNB) erwartet keine wirtschaftliche Rezession im kommenden Jahr bzw. in der nächsten Zeit. Noch vor kurzem gingen Wirtschaftsbeobachter davon aus, dass die Wirtschaft während den ersten beiden Quartalen 2023 mit Problemen zu kämpfen habe, doch dies wurde jetzt korrigiert. Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch (Foto unten) warnt allerdings vor einem aus dem Ruder laufen der Staatsfinanzen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Bei zwei Quartalen wirtschaftlichen Rückgangs spricht man von einer Rezession, doch dies erwartet die Belgische Nationalbank entgegen bisherigen Annahmen vorerst nicht. Und dies ist eine positive Folge der Anpassung der Löhne und Gehälter an die Teuerungsrate.

Dieses automatische Indexierung der Einkommen an die Inflation ist eigentlich in wirtschaftlichen Kreisen, z.B. bei den Arbeitgebern eher umstritten, doch jetzt steigert dieser Vorgang tatsächlich die Wirtschaftskraft unseres Landes, bzw. verhindert eine rückläufige Wirtschaft. Durch diese Gehaltsindexierung konsumieren die Privathaushalte teilweise genauso, wie vor der Corona- und Energiekrise, unterstreicht Pierre Wunsch, der Gouverneur der Belgischen Nationalbank. 

Die Inflation muss in Belgien schneller sinken, als in unseren Nachbarländern.“

Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch

Und doch warnt Wunsch vor den Folgen der Inflation: „Wenn die Inflation in den kommenden Jahren in unserem Land nicht schneller sinkt, als in unseren Nachbarländern, verlieren wir an Wettbewerbsfähigkeit.“ Doch vorläufig geht man bei der BNB davon aus, dass die Inflation ihren Höhepunkt langsam überschritten hat.

Zudem sei auch der hiesige Arbeitsmarkt nicht in Gefahr, auch wenn er gegenüber 2022 etwas langsamer im Bereich der Schaffung von neuen Jobs werde. Doch vor einer Entwicklung warnt BNB-Gouverneur Wunsch regelrecht und dies betrifft den Zustand der Staatsfinanzen: „Es besteht ein Risiko, dass die Staatsfinanzen aus dem Ruder laufen.“ Ändere sich hier nichts und es häufen sich jährliche Haushaltsdefizite von um die 5 %, würde die Staatsschuld bis 2025 fast 112 % des Brutto-Inlandsprodukts erreichen.    

Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch

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