Seit Beginn der Messungen Ende 2020 wurden noch nie so viele Coronaviren im Abwasser gefunden. Das berichtet das Rega-Institut in Leuven. Die Ergebnisse beweisen, dass viel mehr Coronaviren im Umlauf sind, als angenommen. Auch die RSV-Atemwegsviren sind auf dem Vormarsch.
Forschungsinstitut Rega aus Leuven: höchste Konzentration von Coronaviren je in Abwässern gefunden
Seit Dezember 2020 untersucht das Rega-Forschungsinstitut in Leuven regelmäßig die Abwässer in seiner Umgebung. Die Proben der jüngsten Messung stammen aus der Stadt Leuven und ihren Randbezirken sowie aus Bertem, Herent und Linden. Sie haben ergeben, dass das Coronavirus noch nicht verschwunden ist.
Das Gegenteil ist der Fall. Letzte Woche konnte das Rega-Institut die höchste Konzentration an Coronaviren seit Beginn seiner Messungen feststellen. Überraschende Ergebnisse, auch für die Forscherin Elke Wollants. "Natürlich kennt man hier und da noch jemanden mit Corona, aber in Wirklichkeit ist es doch weiter verbreitet, als wir dachten."
Wollants sucht die Erklärung für die hohen Konzentrationen in der Tatsache, dass nur noch wenig getestet wird: "Wir tun nichts mehr, um das Virus einzudämmen. Es gibt auch kaum Tests, die Menschen haben eine Coronainfektion, ohne es selbst zu wissen. Mit anderen Worten: Das Virus hat freie Bahn.
"Aber es gibt keinen Grund zur Panik. Diese Ergebnisse dienen vor allem der Information, und für Menschen mit einem schwächeren Immunsystem ist dies natürlich wichtig zu wissen. Aber für die meisten von uns gibt es kein Problem".
"Abwässer sind ideal, um zu zeigen, was in der Bevölkerung vor sich geht. Nicht nur Corona, sondern auch andere Atemwegsviren", so Wollants. Die Forscher untersuchten das Wasser auch auf RSV (ein Virus, das hauptsächlich die oberen Atemwege befällt) und Influenza (Grippe). "Wir haben in diesem Jahr die höchste Konzentration von RSV festgestellt. Die Grippe haben wir in Leuven noch nicht gesehen, aber ich höre in anderen Städten, dass sie im Anmarsch ist.”
