Der belgische Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) will Werbespots im Fernsehen, Radio und auf Kinoleinwänden, Anzeigen und Videowerbung auf Websites für Glücksspiele ab Juli 2023 verbieten. Für das Sportsponsoring sind eine Reihe von Übergangsmaßnahmen vorgesehen.
Belgische Regierung setzt sich durch: Glücksspielwerbung wird so gut wie verboten
Die meisten neuen Maßnahmen gegen die Glücksspielwerbung werden am 1. Juli 2023 in Kraft treten. Glücksspielwerbung wird so gut wie überall verboten: im Fernsehen, im Radio und in Kinosälen, in Anzeigen und Videowerbung auf Websites, in digitalen Kanälen und auf Social-Media-Plattformen, in Zeitschriften oder Zeitungen, auf Plakaten an öffentlichen Plätzen, in personalisierter Werbung per Mail, Post, Nachrichtendiensten, SMS oder sozialen Medien sowie in allen Werbedrucksachen.
"Auch das Thema Sportsponsoring durch Wett- und Glücksspielbüros wird angegangen", so Minister Van Quickenborne. Ab dem 1. Januar 2025 wird jegliches Glücksspielsponsoring in den Sportstadien untersagt - Banner, Plakate, Werbetafeln, Spots - mit Ausnahme der Trikotwerbung.
Auf Fußballtrikots nur noch diskret
Die Werbung auf Fußballtrikots wird bis Ende 2027 mit Einschränkungen möglich bleiben. Nur ein Logo und ein Name sind noch erlaubt, nicht aber ein Slogan. Die Größe des Logos ist begrenzt und das Logo darf auch nicht auf der Vorderseite angebracht werden. Ab dem 1. Januar 2028 wird dieses Sponsoring auch für Profisportvereine nicht mehr möglich sein.
Im Mai noch heftige Kritik von den französischsprachigen Liberalen
Als der Minister Van Quickenborne im Mai seinen ursprünglichen Entwurf für seinen Beschluss vorlegte, wurde er vom Vorsitzenden der französischsprachigen Liberalen Georges-Louis Bouchez heftig kritisiert. Der MR-Chef nannte Maßnahme übertrieben und befürchtete, sie würde den Sportsektor in große Schwierigkeiten bringen.
"Spielsucht ist problematisch. Aber Leute sollen Glücksspiele spielen dürfen. Wir leben in einem freien Land", sagte der MR-Präsident in Terzake: "Die Menschen dürfen auch rauchen und trinken, obwohl das nicht gut für die Gesundheit ist. Ich möchte keine Gesellschaft, in der die Menschen perfektes Verhalten als tugendhaft definieren. Das ist eine puritanische Gesellschaft, und das ist nicht meine Gesellschaft".
