Die flämische Landesregierung richtet ein Schreiben an die lokalen Behörden mit dem Aufruf, Flüchtlinge aus der Ukraine beim Arbeitsamt (VDAB) einzuschreiben. Auf diese Weise hofft man hier, mehr Ukrainer in ein Beschäftigungsverhältnis bringen zu können. Eine Verpflichtung soll das allerdings (noch) nicht darstellen.
Flandern setzt auf Arbeitsbeschaffung für ukrainische Flüchtlinge
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine im Februar hat das belgische Bundesland Flandern rund 30.000 Flüchtlinge aus diesem Land aufgenommen. Etwa 18.000 dieser Ukrainer sind im arbeitsfähigen Alter, doch nur etwas mehr als ein Drittel davon sind als Arbeitsuchende beim VDAB gemeldet. Bisher arbeiten oder haben nur 2.229 dieser Menschen hier in Flandern gearbeitet.
Landesarbeitsminister Jo Brouns (CD&V) will dies ändern und er wartet mit einem schlüssigen Argument auf: „Der Arbeitsmarkt ist der beste Ort, um sich zu integrieren. Darum möchte ich gemeinsam mit den lokalen Behörden jeden ukrainischen Heimatlosen beim Arbeitsamt einschreiben, um ihre Chancen auf einen Job zu maximalisieren.
Daneben arbeitet die flämische Landesregierung aber auch an einem gesetzlichen Rahmen, um eine Anmeldung beim Arbeitsamt zu einer Verpflichtung zu machen. Dies wird eines der Hauptthemen der sogenannten flämischen „Taskforce Ukraine“, die inzwischen einiges an Expertise aufgebaut hat – besonders in den Bereichen Unterbringung und Regelungen für ukrainische Kriegsflüchtlinge. ^
Landesarbeitsminister Brouns ist der Ansicht, dass Arbeitsplätze für Ukrainer auch positive Auswirkungen auf die Unterbringung für Flüchtlinge hat, denn wer arbeitet, der kann sich vielleicht auch eine eigene Wohnung damit finanzieren. Und ein Nebeneffekt wäre sicherlich auch, Facharbeiter zu finden, die der flämische Arbeitsmarkt dringend in vielen Sektoren braucht.
