An diesem Freitag haben die Gewerkschaften in Belgien (ACV, ABVV und ACLVB) gemeinsam zu Protestaktionen gegen die hohen Energiekosten, gegen die Lohnnorm, gegen Flexijobs und für mehr Kaufkraft sowie für Gehaltserhöhungen aufgerufen. Dieser Aktionstag ist kein allgemeiner Generalstreik, sondern beschränkt sich mehr oder weniger auf eine Demonstration, die um 10 Uhr am Brüsseler Nordbahnhof begann (Fotos). Und doch war es zu Problemen gekommen. Rund 16.000 Demonstranten zogen in Brüssel durch die Straßen.
Aktionstag der Gewerkschaften: 16.000 Teilnehmer bei der Demonstration in Brüssel
Im Unterrichtswesen wurde nicht gestreikt und auch nicht die Arbeit niedergelegt. So kurz vor den Weihnachtsferien erscheint dem Lehrpersonal dieser Aktionstag nicht angemessen, auch wenn man dort solidarisch mit den Gewerkschaften ist.
Auch im Gesundheitswesen wurde nicht großartig mitgestreikt und angesichts der dort angespannten Personallage und vielen Patienten in den Krankenhäusern wollten auch nur wenige Beschäftigte hier an der Demonstration in Brüssel teilnehmen
Größere Probleme gab es allerdings an den Flughäfen. Sowohl der Brussels Airport in Zaventem als auch der Charterflughafen in Charleroi teilten mit, dass jeweils bis zu 70 % aller Flüge gestrichen seien. Die Flughäfen selbst hatten die Airlines darum gebeten, sich auf Arbeitsniederlegungen oder Abwesenheit des Bodenpersonals an beiden Standorten vorzubereiten.
Die größten Probleme gab es im öffentlichen Nahverkehr entstehen (Video unten). Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB ging davon aus, dass auf einigen Strecken Züge ausfallen würden, doch die Gewerkschaften wollten mit dem Zug so viele Demonstranten wie möglich nach Brüssel bringen. Bei den regionalen Verkehrsgesellschaften De Lijn in Flandern, MIVB/STIB in Brüssel und TEC in der Wallonie kam es zu empfindlichen Ausfällen. In der Hauptstadt fielen auch zeitweise einige Linien wegen der Demonstration aus.

