Zum Hauptinhalt springen
Francesco Giorgi und Eva Kaili

"Katargate" im EU-Parlament: Eva Kailis Lebensgefährte legt Geständnis ab

Francesco Giorgi, der Lebensgefährte der abgesetzten Vizepräsidentin des Europäischen Parlamente, Eva Kaili, hat im Korruptionsfall um vermeintliche Schmiergeldzahlungen durch Katar Geständnisse abgelegt. Dies melden die frankophone Tageszeitung Le Soir und das italienische Blatt La Republica. Dass auch Marokko in diesen Fall verwickelt ist, ist den belgischen Gerichtsdokumenten, in die Le Soir Einblick hatte, wohl deutlich der Fall. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:
Aktualisiertupdate:

Laut Le Soir hat Francesco Giorgi bei Verhören zum Korruptionsfall im EU-Parlament gegenüber den Ermittlern gestanden, dass er Bargeld für ein Netzwerk verwaltete, dass aus Marokko und aus Katar geflossen ist, um Entscheidungen von Seiten der Europäischen Union zu beeinflussen.

Giorgi ist der Lebensgefährte der bisherigen Vizepräsidentin des EU-Parlaments Eva Kaili. Diese hatte zunächst behautet, sie wisse nichts von dem Bargeld, das die Ermittler in ihrer Wohnung beschlagnahmt hatte. Dabei soll es sich um rund 600.000 € cash gehandelt haben.

Le Soir hatte Einblick in die Akten nach den Verhören und meldete, dass Giorgi gegenüber Untersuchungsrichter Michel Claise wohl angab, dass zwei Personen Geld erhalten haben: Der italienische EU-Abgeordnete Andrea Cozzolino (PD) und der Belgier Marc Tarabella (PS).

Aus weiteren Dokumenten, in die Le Soir und die italienische Tageszeitung La Republica Einblick hatten, ist ersichtlich, dass offenbar auch der marokkanische Geheimdienst DGED in den Fall verwickelt ist. Cozzolino und Giorgi (nebenbei Cozzolinos Assistent) sollen in Kontakt mit dem DGED und mit dem marokkanischen Botschafter in Polen, Abderrahim Atmoun, gestanden haben.

Kaili, eine griechische Sozialistin von der Pasok-Partei ist inzwischen von ihrem Amt als Vize-Parlamentsvorsitzende abgesetzt worden und sie wurde auch aus der Fraktion der Sozialdemokraten in der EU, S&D, ausgeschlossen. Neben Giorgi und Kaili befinden sich zwei weitere Personen in diesem Fall in Brüssel in Untersuchungshaft. Dies ist auch bei den beiden anderen Verdächtigen der Fall. Die Staatsanwaltschaft ordnete für alle vier Betroffenen 1 Monat U-Haft an. 

ANSEHEN

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5