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Inland
Politik

Asylkrise: "Wir können hier auch nicht Millionen Schweine halten"

Flanderns Landesjustizministerin Zuhal Demir (N-VA, Foto) hat mit einem bestimmten Satz in einem Interview mit dem flämischen Nachrichtenmagazin Knack einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die flämische Nationaldemokratin, die in Flandern auch das Amt der Umweltministerin bekleidet, verglich gegenüber Knack den Zustrom mit dem Mangel an offenem Raum in Flandern und machte dabei einen sehr unglücklichen Vergleich.

Andreas Kockartz
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„Unsere offenen Räume und unsere Dienstleistungen stehen in vielerlei Hinsicht unter Druck: von Aufnahmeplätzen für Flüchtlinge, über den Bevölkerungszuwachs bis hin zum Viehbestand. Es ist vielleicht ein seltsamer Vergleich, doch wir können hier auch nicht Millionen Schweine halten. Ich kann keine Flecken Erde machen. Wir können in Flandern nun mal nicht alles tun,“ so Demir in Knack.

Vor allem der Vergleich mit den Schweinen sorgt für Entrüstung in diesem Zusammenhang. „Ekelhaft“, so Jeremie Vaneeckhout, Co-Vorsitzender der flämischen Grünen (Groen) dazu: „Einwanderung in Flandern mit einem Mangel an Fläche zu vergleichen ist sehr bedenklich und völlig unbegründet.“ Das man politische Untätigkeit auf dem Rücken der Flüchtlinge kaschiere, sei eine neue Entwicklung.

Vaneeckhouts Kollegin im Groen-Vorsitz, Nadia Naji, reagierte ebenfalls scharf: „Flüchtlinge mit Schweinen vergleichen. Die N-VA hat die Debatte rund um die Einwanderung schon früher mit ihrem ekligen Sprachgebrauch vergiftet und erreicht heute wieder einen neuen geschmacklosen Tiefpunkt.“

"Geschmacklos"

Jos D’Haese, Fraktionsführer der flämischen Linken PVDA im Landesparlament sprach ebenfalls von Geschmacklosigkeit: „Immer wieder die Menschen gegeneinander aufbringen, sogar wenn es um Flüchtlinge geht, die draußen in der bitteren Kälte schlafen müssen. Das ist für die flämischen Nationalisten nicht neu. Das ist eine bewusste Strategie. Geschmacklos.“

Und auch der Vorsitzende der flämischen Christdemokraten CD&V, Sammy Mahdi - ehemaliger belgischer Staatssekretär für Asyl und Einwanderung - nennt den Vergleich mit den Schweinen ekelhaft: „Ja, der irreguläre Zustrom von Wirtschaftsflüchtlingen muss deutlich angepackt werden. Ja, das ist nötig, um die Aufnahmenetze für die Vorhalten zu können, die Schutz brauchen. Aber Vergleiche mit Schweinen? Muss das sein? Nicht selten, einfach ekelhaft.“

Sien Vandevelde, die frischgebackene Vorsitzende der CD&V-Jugend (JONGCD&V), schließt sich solchen Bemerkungen an: „Widerlich. Menschenunwürdig. Weltfremd.“

"Absurd"

Demir selbst reagierte ihrerseits verständnislos auf diese herbe Kritik und nannte diese absurd: „Nirgendwo stelle ich Flüchtlinge mit Schweinen gleich. Wenn Sie die Illusion hochhalten wollen, dass wir in unserem Land mit endlosen Asylströmen fertig werden können, dann müssen Sie mal erklären, warum so viele Menschen, sogar Kinder, die Nacht auf der Straße verbringen müssen.“ Die Beschuldigungen gegen sie nannte die flämische Innenministerin absurd und einen Versuch, die Aufmerksamkeit von der  Flüchtlingsproblematik abzuleiten…  

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