Olivier Vandecasteele (Foto), der belgische NGO-Mitarbeiter, der schon seit 9 Monaten in einer Zelle im Iran festgehalten wird, ist dort zu einer Haftstrafe von 28 Jahren verurteilt worden. Entsprechende Meldungen wurden inzwischen von Olivier Van Steirtegem, einem Freud und Sprecher der Familie Olivier Vandecasteeles, gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga bestätigt.
Iran-Deal: Olivier Vandecasteele im Iran zu 28 Jahren Haft verurteilt
Nathalie Vandecasteele, die Schwester des Verurteilten, und Van Steirtegem trafen am Dienstag Premierminister Alexander De Croo (Open VLD), Bundesaußenministerin Hadja Lahbib (MR) und Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD). Die Regierungsvertreter teilten dabei der Familie mit, dass es zu diesem schweren Urteil im Iran gekommen sei.
Aus welchem Grunde der Belgier in der iranischen Hauptstadt Teheran zu 28 Jahren Haft verurteilt wurde, ist noch immer nicht bekannt. Vor einiger Zeit stand der Vorwurf der Spionage im Raum.
Die einzige Möglichkeit, Vandecasteele frei zu bekommen, scheint offenbar die Wiedereinsetzung des sogenannten „Iran-Deals“ zu sein, ein Vertrag zwischen Belgien und dem Iran, der einen Gefangenenaustausch möglich macht. Dieser ist allerdings nach Klagen von Exil-Iranern in Belgien vom Verfassungsgericht ausgesetzt worden.
Dieser Vertrag sollte den Austausch von Olivier Vandecasteele gegen den in Belgien verurteilten iranischen Terroristen Assadolah Assadi ermöglichen. Dieser ist in Belgien wegen der Planung eines Anschlags auf ein Treffen von Exil-Iranern in Frankreich zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.
Olivier Vandecasteele wurde Ende Februar in Teheran festgenommen und befindet sich seit rund einem Monat im Hungerstreik, um damit gegen seine Inhaftierung und gegen die Haftbedingungen, unter denen er leben muss, zu protestieren. Dessen Familie und Freunde wollen weiter für seine Freilassung kämpfen. Ihm selbst soll es gesundheitlich sehr schlecht gehen, wie seit Ende November nach einem Besuch eines belgischen Botschaftsmitarbeiters bei ihm im November bekannt wurde.
