Flanderns Landesinnenminister Bart Somers (Open VLD, Foto) plant die Einrichtung eines sogenannten „War Rooms“, um die Kommunen im Kampf gegen Cyberattacken zu unterstützen. „Flandern muss den Städten und Gemeinden im Moment eines Cyberabgriffs schnell beim Einschränken des Schadens und beim Schutz von Daten unserer Bürger helfen,“ so Somers dazu.
Ein "War Room" bei Cyberattacken gegen flämische Städte und Gemeinden?
In den letzten Tagen und Wochen wurden die Städte Antwerpen und Diest sowie die Gemeinde Zwijndrecht Opfer von Cyberattacken, bei denen Datenmengen mit Ransomware blockiert wurden und erst gegen die Zahlung eines Lösegelds wieder freigegeben werden können. Geschieht das nicht, drohen die Hacker damit, diese Daten im Internet zu veröffentlichen.
Nach Ansicht von Landesinnenminister Somers werden solche Hackerangriffe nicht die ersten aber auch nicht die letzten ihrer Art sein. Er rief die Stadt- und Kommunalverwaltungen im belgischen Bundesland Flandern dazu auf, ein „Cyber-Audit“ durchzuführen, um zu sehen, wie man sensible Daten der Bürger besser schützen könne.
Cyber-Audit für jede Kommune
Die flämische Landesregierung sieht dafür auch Mittel vor, um die Kommunen in Sachen Cybersicherheit zu unterstützen. Etwa die Hälfte aller Kommunen in Flandern machte diese Übung bereits: „ 142 lokale Verwaltungen haben schon Cyber-Audits bestellt. Ich rufe die 158 anderen Gemeinden dazu auf, dies so schnell wie möglich zu machen.“
Die Erkenntnisse des Falles Antwerpen sollen später allen IT-Diensten der Kommunen in Flandern zur Verfügung gestellt werden, so Somers noch, der dazu zudem ein Treffen mit Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) und dem Verband der flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) anberaumen will.
Schon gehackt?
Es sei nicht auszuschließen, so der flämische Innenminister weiter, „dass einige Städte und Gemeinden bereits gehackt sind, doch dass die Kriminellen noch auf den geeigneten Zeitpunkt warten, um alles plattzulegen.“ Auch deshalb müsse es einen „War Room“ geben, der für alle Regierungsbereiche (Bund, Länder und Regionen, Städte und Gemeinden) zuständig sei. Von hier aus soll die gesamte Kommunikation mit den Kommunen über einen „Single Piont of Contact“ für jede Kommunalverwaltung verlaufen solle.
