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Umwelt & Klima
Energie

Klirrende Kälte auch in Belgien: Steigen jetzt die Strompreise? Haben wir genug Gas?

Auch in Belgien herrschen in diesen Tagen klirrende Kälte und deutliche Minustemperaturen. Der Wintereinzug sorgt fast direkt für steigende Strompreise an den Märkten. Schlägt sich dies auf die Stromrechnung der Verbraucher nieder? Und reichen die Gasvorräte in Belgien aus, um den aktuellen Mehrverbrauch durch das Heizen zu sichern?

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In fast ganz Belgien herrschen Minustemperaturen und damit steigen die Nachfrage und der Verbrauch von Gas und Elektrizität. Dass die Strompreise an den internationalen Märkten gerade wieder steigen, liegt in erster Linie am ebenfalls steigenden Verbrauch durch die winterliche Kälte.

Dies hat auch seinen Grund darin, dass wir in diesen Momenten auch auf teurere aber wenig effiziente Kraftwerke zurückgreifen müssen. Überdies ist auch gerade der Kernreaktor Tihange 1 unvorhergesehen ausgefallen und wird erst ab dem 20. Dezember wieder Strom produzieren.

Hinzu kommt, dass es derzeit aus Mangel an Wind auch kaum Windenergie gibt und das kaum Atomstrom aus Frankreich importiert werden kann, da dort gleich mehrere Kernkraftwerke ausgefallen sind. Im Gegenteil: Belgien liefert gerade Strom nach Frankreich… 

Steigt jetzt die Stromrechnung?

In wie fern sich dies auf die Stromrechnungen der Verbraucher in Belgien auswirkt, hängt quasi von jedem einzelnen Vertrag ab, der mit den Energielieferanten abgeschlossen wurde. Bei Verträgen mit flexibler Abrechnung kann sich das entweder jeden Monat ändern oder alle drei Monate. Fachleute sagen aber beruhigend dazu, dass dies nur Momentaufnahmen seien, die sich nicht wirklich drastisch auf die Rechnungen der Verbraucher auswirken würden.

Wie sicher ist die Versorgung mit Strom und Gas in Belgien?

Sowohl Fachleute von belgischen Universitäten, als auch der Stromnetzbetreiber Elia und Bundesenergieministerin Tinne Van der Straeten (Groen) geben zu verstehen, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Das ist der Fall sowohl bei der Elektrizität, als auch beim Gas, heißt es dazu.

Wie bereits oben erwähnt, exportiert Belgien sogar gerade Strom nach Frankreich und dies zu bestimmten Tageszeiten, wenn im eigenen Land nicht so viel verbraucht wird, wie zu den hohen Verbrauchszeiten morgens und am Abend. Dann importiert Belgien Strom aus dem Ausland. Und am Tage wird sogar Sonnenenergie produziert, Mittags etwa 1,7 Gigawatt.

Zudem sind in Belgien die Gasreserven gut gefüllt und da dieser herbe Wintereinbruch nur wenige Tage dauern wird, muss kein Engpass befürchtet werden, heißt es von Seiten des Fachbereichs Energie an der Uni Gent (UGent). Würde diese klirrende Kälte aber bis März anhalten, sehe die Lage ganz anders aus. Dies bestätigt auch die Internationale Energieagentur IEA. Diese warnt aus geopolitischen Gründen aber vor einem Gasmangel für den Winter 2023. 

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