Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Geringere Fangquoten für Belgiens Fischer für Scholle und Seezunge

Die EU-Kommission will, dass im kommenden Jahr weniger Scholle und Seezunge gefangen wird, damit sich die Bestände dieser Fischarten wieder erholen können. Flanderns Fischereiministerin Hilde Crevits (CD&V) kritisiert diesen Beschluss, denn „unsere Fischer haben sich auf Seezunge spezialisiert. Die neuen Fangquoten sind ein Strich durch ihre Rechnung.“ 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Jedes Jahr im Dezember bestimmt die Europäische Kommission die Fangquoten, die für das darauffolgende Jahr in der EU zugelassen sind. Für die belgischen Fischer bedeutet das, dass sie 2023 in den europäischen Gewässern weniger Seezunge und Scholle fangen dürfen. Im Gegenzug dürfen sie aber mehr Kabeljau, Schellfisch, Butt und Merlan (Weißing) fangen.

Man habe lange mit der EU verhandelt, heißt es dazu. „Unsere Fischer sind enttäuscht“, so Flanderns Landesagrar- und Fischereiministerin Crevits: „Die Fangrechte für Scholle sind sehr wichtig. Ich mache mir Sorgen über die sozialwirtschaftlichen Folgen der großen Fangeinschränkungen für Seezunge und Scholle. Wir haben sind bereits durch schweres Wasser gefahren. Wir hoffen jetzt auch, dass die Europäische Kommission alles daransetzt, die belgischen Fischer zu fördern.“ 

Ich mache mir Sorgen über die sozialwirtschaftlichen Folgen der großen Fangeinschränkungen für Seezunge und Scholle.“

Flanderns Landwirtschafts- und Fischereiministerin Hilde Crevits

Die belgischen Fischer haben sich in den letzten Jahren auf den Fang von Seezunge spezialisiert. Grund dafür sind eingeschränkte Fanggebiete durch den Brexit und nur wenige Alternativen dazu. „Die EU-Kommission wird prüfen, wie das Überleben der Fischer mit Unterstützungsmaßnahmen garantiert werden kann. Wir haben allerdings noch einige ausreichende Fanggründe, damit jeder noch leckere Seezunge, Scholle oder Rochen essen kann,“ so Crevits.  

Die belgische Reedereizentrale, der Dachverband des Fischereisektors und der Fischfangunternehmen in Belgien, ist der Ansicht, dass die EU-Kommission mit positiven und wissenschaftlich verantwortbaren Möglichkeiten bezüglich der Fangquoten für die hiesigen Fischer nicht Rechnung getragen haben: „Hier ist eine Chance vertan worden, mit der man unseren Sektor angesichts von hohen Funktionskosten durch die Rohstoff- und Energiekrise hätte unterstützen können, wie das für andere Sektoren der Fall war.“ 

ANSEHEN

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5