Flanderns Landesumwelt- und Energieministerin Zuhal Demir (N-VA) will sich noch vor dem Jahreswechsel mit Vertretern der niederländischen Regierung treffen, um dort möglicherweise eine Beteiligung des belgischen Bundeslandes an zwei neuen Atomreaktoren in einem Kernkraftwerk zu besprechen. Dieser Vorstoß der flämischen Nationaldemokratin stößt allerdings auf Kritik.
Neue Kernreaktoren in den Niederlanden: Soll sich Flandern daran beteiligen?
Flanderns Energieministerin Demir sprach von einer „Win-Win-Situation“, als sie vorschlug, man solle sich an der Finanzierung der beiden neuen Meiler in den benachbarten Niederlanden beteiligen. Dort wurde letzte Woche bekannt, dass im alten AKW von Borsele (Foto oben) unweit der belgischen Grenze in der Provinz Zeeland bis 2035 zwei neue Kernreaktoren gebaut werden sollen.
Demir schlägt konkret vor, dass man mit den Niederlanden besprechen sollte, in wie fern man sich von flämischer Landesseite her an der Finanzierung der neuen Meiler beteiligen könne, um im Gegenzug Atomstrom aus eben diesen neuen Reaktoren beziehen zu können.
Die flämische Mehrheitspartei N-VA ist ein Befürworter der Kernkraft und ein Kritiker des in Belgien beschlossenen Atomausstiegs. Und gerade jetzt, mitten in der Energiekrise in Europa gilt die Kernkraft als Retter der Energieversorgung. Doch Demir erntet Kritik für diesen Vorstoß und zwar von Seiten der flämischen Liberalen Open VLD.
Der liberale Koalitionspartner halten die Idee der Landesenergieministerin für nicht angebracht und dies sei auch mit der Landesregierung nicht vorher besprochen worden. Überdies falle dies nicht in ihre Kompetenz. Dieser Ansicht sind auch die flämischen Grünen (Groen), die in der belgischen Bundesregierung mit Tinne Van der Straeten die Energieministerin stellen.
