Zum Hauptinhalt springen
Inland
Justiz

Brüsseler Terrorprozess: Grippevirus im "Justitia"-Gebäude - Prozess wird aber nicht ausgesetzt

Beim Prozess zu den Terroranschlägen im Jahr 2016 auf Brüssel kommt es möglicherweise zu krankheitsbedingten Verzögerungen. Der Angeklagte Salah Abdeslam und ein Ersatzkandidat der Geschworenen meldeten sich am Montag krank und auch bei der Staatsanwaltschaft liegen Krankmeldungen vor. Doch im Laufe des Montags wurde beschlossen, debn Prozess nicht krankheitsbedingt auszusetzen. Mittlerweile sind übrigens gleich mehrere Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens G4S vom Dienst beim Terrorprozess suspendiert worden.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:
Aktualisiertupdate:

Am Montagmorgen setzte die Bundesstaatsanwaltschaft das Vorlesen der Anklageschrift zu den Terroranschlägen vom 22. März 2016 fort. Eigentlich war dieser Teil des Verfahrens auf 3 Tage angesetzt worden, doch durch Verzögerungen verschiedener Art gibt es hier eine Verspätung. Bis Freitag waren lediglich 289 der insgesamt 476 Seiten der Anklageschrift gelesen worden. Bis zum Dienstag will man damit durch sein, um danach mit den Akten der Verteidigung fortzufahren.

Doch es stand zeitweise im Raum, dass es zu weiteren Verzögerungen kommt. Einige der Prozessbeteiligten sind schlicht und einfach krank und haben sich abgemeldet. Das betrifft zum einen den Angeklagten Salah Abeslam und zum anderen einen Ersatzkandidaten für die Jury der Geschworenen. Aktuell besteht das Schwurgericht demnach aus 12 effektiven Mitgliedern und 19 Ersatzkandidaten.

Laurence Massart (Foto oben), die Vorsitzende des Gerichts, teilte zu Beginn des Prozesstages mit, dass bei der Staatsanwaltschaft ein Virus kursiere. Sie selbst ist ebenfalls verschnupft: „Wir sind alle krank. Ich schaue am Nachmittag, wie es um die Truppe steht oder ob wir die Sitzung aussetzen, um nicht alle anzustecken.“ Die Angeklagten wurden inzwischen aus diesem Grunde aus ihrer Box im Saal „Justitia“ wieder in das Gefängnis gebracht. Sie werden von ihren Anwälten vertreten.

Doch am Montagnachmittag wurde beschlossen, dass der Prozess erstmal ohne weitere Verzögerungen weitergehen kann und dass es keine krankheitsbedingte Aussetzung des Verfahrens geben werde, zumindest vorerst nicht. 

Sicherheitsleute vom Dienst suspendiert

Letzte Woche ist ein Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens G4S aus dem „Justitia“-Justizgebäude im ehemaligen Nato-Hauptquartier in Brüssel abgezogen worden. Mehrere flämische Tageszeitungen meldeten dazu, dass dieser wegen „unprofessionellem Verhalten“ abgezogen wurde. Schon vor dem eigentlichen Prozess, an den Vorbereitungstagen, wurde ein G4S-Mann suspendiert. Aus gut unterrichteten Quellen wurde berichtet, dass mindestens einer der beiden Sicherheitsleute „ungesund viel Interesse“ für die Waffen der Spezialeinheiten der Polizei gezeigt haben soll, die die Angeklagten bewachen. Auch während des sogenannten „Paris-Bis“-Prozesses in Brüssel letztes Jahr war ein Mitglied des Sicherheitspersonals abgezogen worden. Dieser soll den Behörden als „radikalisiert“ bekannt gewesen sein.  

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5