Fevia, der belgische Verband der Lebensmittelindustrie, warnt davor, dass es im nächsten Jahr zu einer weiteren Welle der Preisanstiege kommen kann. Fevia führt dies auch dann auf die steigenden Löhne und Gehälter durch die automatische Indexierung und sowie auf die hohen Energiepreise. Nicht zuletzt können die Preise hochgehen, weil zwischen den Produzenten und dem Handel neue Vertragsbestimmungen verhandelt werden, die sich dem allgemeinen Trend der nach oben gehenden Kosten anpassen (müssen).
Warnung des belgischen Lebensmittelsektors: Die Preise steigen im kommenden Jahr weiter
Laut Fevia hat der gesamte Lebensmittelbereich auch in Belgien dieses Jahr schwer mit den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zu kämpfen. Vieles habe sich verändert, so der Verband: Steigende Energiepreise, höhere Preise für Rohstoffe, unterbrochene Transportwege und die Folgen davon für die Logistik und anderes mehr.
Der Verband befürchtet, dass sich dieser Trend fortsetzt und geht davon aus, dass sowohl die Produzenten, als auch der Handel im kommenden Jahr mit weiter steigenden Kosten rechnen müssen. Das scheint logisch: Energieverträge laufen aus und werden neu verhandelt, was mit Sicherheit teurer wird. Die Energieproduzenten oder -lieferanten werden vorläufig wohl von festen Tarifen absehen und nur flexible Tarife aushandeln, wobei Fevia mit vielfach höheren Modalitäten rechnet.
Höhere Löhne und kleinere Portionen
Ein enormes Problem ist für den Lebensmittelsektor in Belgien auch die Indexanpassung der Löhne und Gehälter. Diese steigen zum 1. Januar durch die automatische Indexierung der Bezüge um rund 11 %. Das wird laut Fevia auch zur Folge haben, dass die Produzenten und Lieferanten, die bisher ihre Preise noch nicht angehoben haben, dazu gezwungen sind, dies jetzt auch zu tun.
Schon jetzt ist festzustellen, dass viele Produzenten inzwischen kleinere Portionen ausliefern, die aber zu den alten Preisen verkauft werden. Neben kleineren Grammaturen kann aber auch vorkommen, dass die Zutaten und Bestandteile von bestimmten Produkten verändert werden, da zu teure Rohstoffe durch andere bzw. günstigere Stoffe ersetzt werden, wie der Einzelhandels- und Retail-Verband Gondola dazu ergänzend meldet. Hier soll der Schock von drastisch steigenden Preisen den Verbrauchern erspart bleiben…
