Immer mehr Belgierinnen und Belgier sterben an den Folgen einer Demenz. Zwischen 2004 und 2019 ist die Zahl der Todesfälle aufgrund von Alzheimer und anderen Demenzformen um mehr als 70 Prozent gestiegen. Das geht aus der neuesten Sterblichkeitsstatistik des belgischen Gesundheitsamts Sciensano hervor, die am Freitag in der Tageszeitung De Tijd erscheint.
Demenz ist zum ersten Mal die häufigste Todesursache in Belgien
Fast jeder zehnte Todesfall in Belgien ist demnach auf Demenz zurückzuführen. Im Jahr 2004 lag dieser Anteil noch bei 5 Prozent. In Flandern ist die Auswirkung von Demenz auf die Sterblichkeitsrate höher als in der Wallonie und in Brüssel. So starben im Flandern 2019 94 Personen pro 100.000 Einwohner an Alzheimer oder einer anderen Demenzform, während es in Brüssel 67 und in der Wallonie 72 waren.
Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste und auch die häufigste Form der Demenz. Experten zufolge ist die Alterung der Bevölkerung ein wichtiger Grund für den starken Anstieg der demenzbedingten Sterblichkeit. "Ein hohes Alter ist der Hauptrisikofaktor für Demenz", erklärte Sebastiaan Engelborghs, Leiter der neurologischen Abteilung des UZ Brussel. Es gibt noch keine Medikation gegen die Folgen von Demenz.
Bei Frauen ist Demenz derzeit deutlich häufiger die Haupttodesursache als bei Männern. Von Jahr zu Jahr nimmt der Einfluss von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf die Sterblichkeit ab, ebenso wie die Zahl der Hirnblutungen und Schlaganfälle. Die Zahl der Krebstoten hat sich stabilisiert.
