Die Gewerkschaftsfront in Belgien kündigt für Donnerstag, 15. Dezember, einen weiteren landesweiten Streik an. Diesmal liegt der Schwerpunkt der Aktionen auf den hohen Energiepreisen, mit denen die Haushalte, bzw. die Arbeitnehmer, zu kämpfen haben. Damit geht der „heiße Herbst“ in Belgien in seine Endphase, doch im Winter 2023 soll es weitergehen.
Der Zeitpunkt der Ankündigung des nächsten nationalen Streiktags der Gewerkschaften erfolgt nur kurz nach dem Vorschlag für ein Tarifabkommen der Bundesregierung, die damit die festgefahrenen Verhandlungen zu einem allgemeinen Lohnabkommen für die Privatwirtschaft schlichten wollte.
Das Abkommen fand jedoch kaum Gegenliebe bei den Sozialpartnern (siehe nebenstehenden Beitrag). Null Prozent Marge für Lohnerhöhungen ist für die Arbeitnehmerverbände nicht hinnehmbar.
Vor diesem Hintergrund wollen die Gewerkschaften einmal mehr für bezahlbare Energierechnungen, für mehr Kaufkraft, für höhere Löhne und Gehälter sowie für gerechte Steuern im Land demonstrieren. Die Gewerkschaftsfront aus der sozialistische, Gewerkschaft ABVV, der christlichen Gewerkschaft ACV und der liberalen ACLVB kündigten aber auch weitere Aktionen nach diesem 15. Dezember an.
Das sollen Aktionen für mehr Kaufkraft sein, die im Januar und/oder Februar stattfinden sollen. Erst am 9. November hatte ein nationaler Streik- und Aktionstag der Gewerkschaften Belgien in weiten Teilen lahmgelegt.
Der 15. Dezember ist als Streiktag übrigens nicht zufällig gewählt. An diesem Tag findet in Brüssel ein EU-Gipfel statt. Da einer der Schwerpunkte die hohen Energierechnungen sind, sollen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union daran erinnert werden, wie wichtig z.B. eine Deckelung der Gaspreise sein könnte…

