In Sint-Stevens-Woluwe, einer Teilgemeinde von Zaventem in Flämisch-Brabant, haben etwa 350 Flüchtlinge aus Moldawien und aus der Ukraine ein derzeit nicht genutztes Bürogebäude besetzt. Darunter sollen rund 100 Kinder sein. Der Besitzer der Immobilie versucht jetzt, die Besetzer über das Friedensgericht aus dem Gebäude holen zu lassen.
Die Gemeinde Zaventem will jetzt eine Arbeitsgruppe einsetzen, die sich mit dem Problem auseinandersetzen soll. In Zaventem werden häufig leeerstehende Gebäude (Büros, gewerbliche Gebäude…) von Flüchtlingen und Asylsuchern besetzt, die sich mangels an offiziellen Unterbringungsmöglichkeiten vor allem im Brüsseler Raum selbst ein Dach über dem Kopf suchen.
Das jetzt besetzte Bürogebäude umfasst 7 Stockwerke und ist nicht dafür eingerichtet, dass dort Menschen leben. So fehlt es an sanitären Installationen für eine so große Gruppe Menschen. Ein Präventionsbeamter der Gemeinde Zaventem hat inzwischen bereits mit den Flüchtlingen gesprochen, doch eine Lösung bietet sich nicht an.
„Unsere Lokalpolizei geht dort regelmäßig vorbei, um Leute zu identifizieren, damit wir wissen, wer sich dort aufhält, sagte Nils Meert, der Leiter der kommunalen Abteilung für Sicherheit in Zaventem gegenüber VRT NWS: „Das Gebäude verfügt nicht über Duschen oder Küchen. Darum zünden die Leute dort auch mal ein Feuer an, um zu kochen. Das kann natürlich gefährlich werden. Falls die Situation hier noch lange andauert, bekommen wir sicher Probleme.“
Die Arbeitsgruppe mit Vertretern des Sozialamtes, der Polizei und der kommunalen Sicherheitsabteilung begleiten die Besetzer, die die Immobilie verlassen wollen, bei der Suche nach neuen Unterkünften. Bis heute sind alleine in Zaventem 5 leerstehende Gebäude von Flüchtlingen und Asylsuchern besetzt worden.
