Das Buch „Basses Danses“ aus der Zeit der burgundischen Herzöge ist ein außergewöhnliches Buch. Es ist die einzige bekannte „Schwarze Handschrift“ der Welt und aufbewahrt wird eines der sieben weltweit bekannten Exemplare im Museum der Königlichen Bibliothek in Brüssel (KBR Museum). Sieben originale Seiten aus dieser Schriftensammlung sind am Wochenende des 3. und 4. Dezembers in der KBR zu sehen.
Die einzigartigen "Schwarzen Handschriften" sind nur dieses Wochenende in Brüssel zu bewundern
Die „Basses Danses“ von Margaretha von Österreich, die Tochter von Maria von Burgund und Maximilian von Österreich, haben eine Besonderheit: Die 25 Seiten dieses Werks sind handschriftlich mit Gold- und Silbertinte auf schwarzem Pergament verfasst worden. Die Pergamentblätter dieser Bücher wurden damals mit Kohlenstoff und Eisengallustinte geschwärzt und sind sehr fragil.
Das Buch „Basses Danses“ entstand im Jahr 1500 und beschreibt u.a. den Tanzstil. „Basse“ steht für niedrig bzw. für tief und unterstreicht, dass die Tänzerinnen und Tänzer ihre Füße beim Tanz kaum vom Boden hoben. Dieser feine Tanzstil wurde in adeligen Kreisen aufgeführt und bildet einen deutlichen Unterschied zum allgemeinen Tanz im Mittelalter, der mit sehr viel mehr Bewegung verbunden war.
Das Buch „Basses Dances“ umfasst 58 Tänze, ihre Melodien und ihre Choreografie. Das Werk ist übrigens das älteste Tanzbuch in den Niederen Landen. Doch warum wurde es auf schwarzen Seiten verfasst? Ganz einfach! Schwarz stand seinerzeit bei Hofe für elitär, für Luxus und Prestige.
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Ein sehr fragiles Buch
Die schwarzen Seiten dieser historisch bedeutsamen Bücher sind eine prächtige Angelegenheit, doch für die Restauratoren stellen sie eine enorme Herausforderung dar. Die schwarze Farbe hat im Laufe der Jahrhunderte dem Pergament stark zugesetzt, wodurch es brüchig geworden ist. Im 19. Jahrhundert hat es Versuche gegeben, solche Blätter zu restaurieren, doch damals hatte dies keinen Erfolg und bevor etwas daran unwiederbringlich zerstört wurde, brach man die Restaurierung lieber ab.
Allerdings wurden die Blätter eingerahmt, um sie zu stabilisieren. Da Pergament aber ein organisches Material ist, schrumpft es im Laufe der Zeit weiter und löste sich von den Rahmen. Dies führte zu Schäden. Man sieht also, wie fragil die „Basses Dances“ als „Schwarze Manuskripte“ sind… Bei der Königlichen Bibliothek in Brüssel werden sie klimatisch und im Dunkeln perfekt aufbewahrt.
Doch anlässlich der Veröffentlichung eines Fachbuchs zu den „Basses Danses“ werden sie am Wochenende des 3. und 4. Dezembers im Rahmen einer Ausstellung zu Drucken aus der Zeit der Herzöge von Burgund einmalig gezeigt. Vor und nach diesem Wochenende werden Reproduktionen gezeigt.
"Basses Danses", zu sehen am 3. und 4. Dezember in der Königlichen Bibliothek Brüssel (KBR), Kunstberg 28, 1000 Brüssel. www.kbr.be
