Die zum Schulnetzwerk GO! gehörende Sekundarschule in Ninove (Ostflandern), in der es zu möglichen Fällen von Misshandlung autistischer Schüler gekommen ist, hat einen Krisendirektor ernannt, "um die Ruhe wiederherzustellen". Die Lehrkräfte, die möglicherweise in die Vorfälle verwickelt waren, werden vorerst im Dienst bleiben.
Verdacht auf Misshandlung autistischer Schüler in einer Schule in Ninove: Krisendirektor eingesetzt
Die Staatsanwaltschaft Ostflandern leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf Misshandlungen in einer Sekundarschule in Ninove ein. Mehrere autistische Schüler sollen von einer Gruppe von Lehrern gedemütigt worden sein. Einige Schüler wurden an ihre Stühle fixiert oder sogar in einem Raum eingesperrt. Zu den Vorfällen selbst gibt die Schule keine Einzelheiten bekannt, da sie Gegenstand einer Ermittlung sind.
Tania De Jonge (Open VLD, flämische Liberale), Bürgermeisterin von Ninove, reagierte mit Bestürzung auf die Ereignisse. "Solch grenzüberschreitendes Verhalten gegenüber schutzbedürftigen Kindern muss bekämpft werden", sagte sie VRT NWS.
"Ich bin natürlich keine Disziplinarbehörde und kann keine Entscheidungen treffen, aber wer auch immer in dieser WhatsApp-Gruppe ( der verdächtigen Lehrkräfte, Anm. d. Red.) war, die Bilder der betroffenen Schüler verbreitete und seine Verantwortung nicht wahrgenommen hat...... Es ist nicht akzeptabel, dass sie immer noch vor einer Klasse stehen. Es müssen Maßnahmen gegen diese Personen ergriffen werden und ich gehe davon aus, dass die Schulleitung dies sehr ernst nimmt."
Die Bürgermeisterin bietet der Schule auch die Hilfe eines Kinderpsychologen an, der die betroffenen Kinder betreuen kann.
Warten auf die Ergebnisse der Ermittlungen
Heute wurden Eltern, Schüler und Lehrer nach Rücksprache über die praktischen Modalitäten der bevorstehenden Schulwoche informiert. Der Unterricht wird auch am Montag fortgesetzt. Die Generaldirektorin Els Schockaert teilte mit, dass die Lehrkräfte vorerst vor ihren Klassen bleiben können. Der Lehrer, der bereits im September aufgrund von Beschwerden präventiv suspendiert worden war, wird weiterhin abwesend bleiben.
"Wir erkennen die sehr emotionale Zeit an, die Schüler, Lehrer und Eltern durchlebt haben. Wir möchten, dass so schnell wie möglich wieder Ruhe einkehrt und die Schüler in einer sicheren Umgebung in den Unterricht zurückkehren können. Wir benennen daher auch einen Krisendirektor, der für die notwendige Orientierung sorgen wird."
"Wir werden die Ermittler ihre Arbeit machen lassen und erst dann ein Urteil über die einzelnen Lehrer fällen. Auf dieser Grundlage werden wir dann Maßnahmen ergreifen".
Der durch diese Enthüllungen ausgelöste Skandal führte zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Die Bildungsaufsichtsbehörde hat erklärt, dass sie die Schule kontrollieren wird. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden am Dienstag auf einer Sitzung des Verwaltungsrats der Schulgruppe bekannt gegeben. Dort wird auch über das Schicksal des derzeitigen Verwaltungsrats entschieden.

