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Inland
Wirtschaft

Jeder sechste Immobilienbesitzer in Belgien besitzt mindestens zwei Wohnungen

Von den 4,9 Millionen Belgiern, die über Immobilienvermögen verfügen, besitzen 854.914 mehr als ein Haus oder eine Wohnung, manchmal auch als Miteigentümer oder Nutzungsberechtigter. Diese  Zahlen des belgische Finanzministeriums veröffentlichten am Samstag die Wirtschaftszeitungen L'Echo und De Tijd und sie wurden der Redaktion von VRT NWS bestätigt. Neben dem eigenen Haus handelt es sich dabei häufig um einen Zweitwohnsitz für den Urlaub, eine Studentenbude für den Nachwuchs oder eine vermietete Immobilie. In vielen Fällen haben diese Investoren dazu beigetragen, die Preise für belgische Immobilien in die Höhe zu treiben, was es für junge Haushalte noch schwieriger macht, eine eigene Wohnung zu kaufen.

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Mehr als jeder sechste Eigentümer von Wohnimmobilien besitzt daher zusätzlich zu seinem Wohnhaus mindestens ein Haus oder eine Wohnung, entweder als Investition oder um sie als Zweitwohnsitz zu nutzen. Diese Zahl steigt weiter. Von diesen Mehrfacheigentümern besitzen 575.000 ein Haus oder eine Wohnung zusätzlich zu ihrer Hauptwohnung, die restlichen 280.000 besitzen mindestens drei Häuser oder Wohnungen.

Knapp 8 % sind Eigentümer von mehr als fünf Immobilien. Von den letzteren besitzen 6.500 Belgier mehr als zehn Immobilien. Es gibt auch 43 Belgier, die mehr als fünfzig Immobilien auf ihren Namen stehen haben. Dabei handelt es sich insbesondere um Ferienhäuser, vermietete Wohnungen oder kleine Einzimmerwohnungen.

Laut Notar Bart Van Opstal von Notaris.be wurde der Kauf einer oder mehrerer Wohnungen nach dem Ausbruch des Coronavirus immer beliebter. "Nach der ersten Welle wollten viele Menschen eine zweite Wohnung kaufen. Andere wollten ihre Ersparnisse in eine Immobilie investieren, die ihnen mehr einbringt als ein Sparguthaben".

Etwas weniger als 176.000 Belgier besitzen einen Wohnsitz im Ausland. Und von diesen besitzen rund 20.000 sogar mehrere. Frankreich ist bei weitem das beliebteste Land, gefolgt von Spanien, Italien und den Niederlanden.

Turbulenzen auf dem Markt?

Der Anstieg der Zahl der Immobilienkäufe führte zu einer Verzerrung des Marktes. Junge Leute, die ihre erste Immobilie kaufen wollten, wurden regelmäßig überboten. "Junge Leute, die ihre erste Immobilie kaufen wollten, und Leute über 50, die investieren wollten, interessierten sich oft für die gleichen Immobilien. Sie haben oft die Gebote für dieselben Immobilien erhöht, was die Preise in die Höhe getrieben hat", erklärt Bart Van Opstal.

Die Notare sind jedoch der Ansicht, dass sich der Wind langsam dreht. "Der Immobilienmarkt hat sich etwas beruhigt und die Lage normalisiert sich. Aufgrund der hohen Zinssätze, die von den Banken für die Vergabe von Hypothekenkrediten berechnet werden, und der hohen Inflation scheint sich der Trend umzukehren".

Gleichzeitig haben Menschen, die einen Zweitwohnsitz wollten und sich diesen leisten konnten, diesen mittlerweile gekauft. Die Notare erwarten daher, dass der Markt wieder ein gewisses Gleichgewicht herstellen wird. "Die Chancen stehen gut, dass man bald etwas mehr über die Wohnungspreise verhandeln kann", meint Bart Van Opstal.

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