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"Expedition Simon Stevin": Mehr Plastikmüll in der Schelde als in der Nordsee

Im Rahmen der „Expedition Simon Stevin“ an Bord des gleichnamigen Forschungsschiffs wurden in der Nordsee und in der Schelde Untersuchungen zu drei Themenbereichen geführt: Abfall, Klimaveränderung und Biodiversität. Die entsprechenden Untersuchungen wurden sowohl im Salz- als auch im Süßwasser, aber auch im Brackwasser durchgeführt. Dies ist das erste Mal, dass das Flämische Institut für die See (VLIZ) diese Aspekte in den Mittelpunkt ihrer Forschung rückt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In den Augen des VLIZ sind die Bereiche treibender Abfall im Wasser, die Veränderung des Klimas und die sich anpassende Biodiversität drei große Herausforderungen in dieser Zeit. Darunter haben sowohl die Meere und die Ozeane zu leiden, als auch die Binnengewässer. Das Forschungsschiff „RV Simon Stevin“ untersuchte in dieser Woche diese drei Aspekte in der Nordsee, in der Westerschelde und in der Seeschelde.

Dabei erwies sich, dass sich die Konzentration von Micro- und Macroplasics zwischen Süß-, Salz- und Brackwasser unterscheiden. In den Süßwasserbereichen der Schelde sind sie vier- bis achtmal höher im Oberflächenwasser, als im Brackwasser und im Süßwasserteil. 

(Lesen Sie bitte unter den Foto weiter)

Eines der Forschungslabore an Bord der "Simon Stevin"

Unterschiede im Fluss- und im Meerwasser

Auf dem Meeresboden und dem Flussboden sind die Unterschiede kleiner. Die Forschungsergebnisse zeigen auf, dass Flüsse, wie die Schelde, stärker mit Kunststoffen verunreinigt sind, als die Nordsee. Das bedeutet nach Ansicht der Forscher der „Expedition Simon Stevin“ aber nicht, dass die Wasserläufe eine Quelle für Plastikmüll in den Meeren sind.

Bei den Untersuchungen wurde auch festgestellt, dass sich vor allem in der Schelde und ihren Seitenarmen hohe Werte von CO2 und Methangas befinden. Je weiter ins Landesinnere geforscht wurde, je höher wurde die CO2-Konzentration. Dies überraschte die Wissenschaftler an Bord des Forschungsschiffs und wirft Fragen auf, bezüglich der bis 2030 zu erreichenden UN-Klimaziele. 

Fische und Biodiversität

Bei der „Expedition Simon Stevin“ wurde auch der Zug der Fische durch diese verschiedenen Wasser-Beschaffenheiten von Schelde und Nordsee untersucht und dies anhand von insgesamt 113 Kontrollpunkten. Hier wurde registriert, welche Fische hier wann vorbeischwimmen und damit sollte der Wissensstand zu den sogenannten Zugfischen und ihren Bedrohungen erhöht werden.

Zudem wurden dabei auch DNA-Proben gesammelt, um eine Sicht darauf zu bekommen, welche Lebensformen sich noch in den erforschten Gebieten aufhalten. Ersten Forschungsergebnissen zufolge sind in den Süßwasserregionen eher Schalentiere zu finden, während sich in den salzigen Bereichen mehr Manteltiere (fest sitzende oder frei schwimmende Meerestiere mit gallert- oder knorpelartiger Körperumhüllung) aufhalten.

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