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Belgiens katholische Kirche registrierte in einem Jahr 86 Meldungen von sexuellem Missbrauch

Bei der Anlaufstelle für Fälle von sexuellem Missbrauch bei der katholischen Kirche in Belgien sind innerhalb eines Jahres 86 entsprechende Meldungen eingegangen. Das bedeutet, dass mehr Meldungen zu solchen Missständen eingingen, als im gleichen Zeitraum davor. Die belgischen Bischöfe halten sich derzeit im Vatikan auf, wo sie einer Art kirchlichem Audit zum Zustand ihrer Kirche unterzogen werden.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Zwischen Anfang Juli 2021 und Ende Juni 2022 sind bei der Meldestelle für sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche in Belgien insgesamt 86 Meldungen zu solchen Fällen eingegangen. Dazu gehören allerdings auch Vorfälle, die weit zurückliegen. Rund drei Viertel der Meldungen betreffen Fälle, die über 30 Jahre alt sind und wo der oder die Täter bereits verstorben sind.

Nur etwa ein Viertel der gemeldeten Missbrauchsfälle sind noch nicht so lange her und die Beteiligten - Täter und Opfer - leben noch. Bei der Meldestelle heißt es dazu, dass alle Fälle, die noch nicht verjährt sind, immer an die Justiz weitergeleitet würden. Bei der Kirche heißt es dazu, dass auch die Geistlichen und die Mitarbeiter von Pfarren oder Bistümern nicht über dem Gesetz stünden.

Audit „ad limina“ beim Vatikan

In diesen Tagen halten sich alle belgischen Bischöfe im Vatikan auf, wo sie mit dem Papst zusammentreffen. Die Bischöfe befinden sich dort zu einer Art Audit, in der katholischen Kirche „ad limina“ genannt, wobei die Geistlichen über den Zustand ihrer Bistümer berichten. Nach diesem verpflichteten „ad limina“ erhalten die Bischöfe eine Bewertung ihrer Arbeit.

Dabei kommt auch das Thema sexueller Missbrauch zur Sprache. Der Vatikan werde vor allem den Missbrauch von Kindern in der Kirche in Belgien im Auge behalten, verlautete dazu aus Rom. Am Freitag endet das kirchliche Audit im Vatikan und es kann davon ausgegangen werden, dass Kardinal Jozef De Kezel dann dazu öffentlich Bericht erstattet.

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