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Inland
Wirtschaft

Über 80 % weniger russische Diamanten in Antwerpen durch den USA-Boykott gehandelt

Am Antwerpener Diamantensektor werden derzeit 83 % weniger Diamanten aus Russland gehandelt als noch im vergangenen Jahr. Grund dafür ist der Boykott russischer Diamanten durch die USA, die nach dem Angriff auf die Ukraine einen Boykott gegen Edelsteine dieser Herkunft verhängten. Dadurch kaufen auch belgische Unternehmen deutlich weniger Diamanten russischer Herkunft, wie die Belgische Nationalbank (BNB) dazu mitteilt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Diamantensektor in Antwerpen ist auf Bitten der belgischen Bundesregierung letzten Monat nicht in das neue europäische Sanktionspaket der EU gegen Russland aufgenommen woden. Deshalb erfolgte kein Verbot von russischen Diamanten. Und doch sinken die Importzahlen aus Richtung Russland sehr stark um 83 %. Nach Ansicht des Sektors und auch der BNB liegt das am US-Boykott gegen russische Diamanten, der bereits vor einigen Monaten verhängt wurde.

Tom Neys vom Antwerpener Diamantensektor kann dies nur bestätigen: „Der Boykott sorgt dafür, dass weniger Interesse besteht, Diamanten aus Russland zu kaufen. Die USA sind noch immer unser größter Absatzmarkt für Diamanten. Sie haben deutliche Spielregeln zu dem, was russische Diamanten betrifft, aufgestellt. Und das bedeutet, dass sich der Markt anpassen muss. Das ist für die meisten großen Unternehmen kein Problem, denn deren Vorräte sind gut gefüllt. Für kleinere Unternehmern mit kleineren Lagern ist es allerdings schwieriger, jetzt neue Lieferanten zu finden.“

Kaum Preisanstiege erwartet

Der Antwerpener Diamantensektor erwartet nicht, dass der sinkende Import von Diamanten aus Russland die Preise am Markt wesentlich beeinflussen wird. Seit der Corona-Pandemie sei die Nachfrage für Diamanten wieder angestiegen, so Tom Neys: „Dadurch wurden die Vorräte kleiner und die Preise stiegen. Und als der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ausgebrochen ist, ging der Preis wieder nach oben. Doch inzwischen sind die Vorräte, wie bereits gesagt, wieder aufgefüllt, wodurch die Preise in den kommenden Monaten wohl gleich bleiben.“ 

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