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Oktober 2022 war ein Rekordmonat für Verkehrsstaus in Flandern - Woran liegt das?

Im Oktober 2022 entstanden im belgischen Bundesland Flandern mehr Staus als 2019, das Jahr vor Corona. Dies ist aus den Zahlen des flämischen Verkehrszentrums ersichtlich. Das ist um so bemerkenswerter, als dass heute viel mehr Menschen zu Hause im Homeoffice arbeiten, als jemals zuvor. Doch dies hilft nicht (mehr) dabei, den Verkehrsdruck auf den Straßen und Autobahnen zu senken, konstatieren Verkehrsfachleute.

Andreas Kockartz
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Hajo Beeckman, der Verkehrsredakteur des flämischen Rundfunks VRT, stellt fest, dass diese Entwicklung auf drei Faktoren zurückzuführen ist: „Die Berufspendler machen ein Drittel der täglichen Verkehrsbewegungen aus. Also bleibt der Effekt der Arbeit von zuhause aus beschränkt.“

Zweitens, so der VRT-Verkehrsexperte, „sind mehr Lastwagen unterwegs. Das kommt u.a. durch den Onlinehandel. Und ein Lastwagen nimmt auf der Straße den zweieinhalbfachen Raum eines PKW ein. Sogar mit weniger Personenwagen entstehen so doch längere Staus.“

Der sogenannte „E-Commerce“ sorgt für sehr intensive globale Ströme von Gütern und Waren, die aus anderen Kontinenten nach Europa transportiert werden. Diese werden oft in den hiesigen Häfen und Flughäfen ab- bzw. umgeladen. Dies wiederum sorgt für einen stetig steigenden LKW-Verkehr rund um Flanderns Seehäfen (Antwerpen, Zeebrügge und Gent). 

Die Berufspendler machen ein Drittel der täglichen Verkehrsbewegungen aus. Also bleibt der Effekt der Arbeit von zuhause aus beschränkt.“

VRT-Verkehrsexperte Hajo Beeckman

Hinzu kommt noch individuell seit 2021 bzw. seit dem Auslaufen der Corona-Pandemie ein enorm steigender Transport von Mikrochips z.B. für die Automobilindustrie.

Im Oktober 2022 legten alle LKW zusammen alleine auf den Landstraßen und Autobahnen im belgischen Bundesland Flandern rund 12,3 Millionen Kilometer zurück - pro Werktag.

Und drittens, so Beeckman abschließend, gab es im Oktober einige sehr große Baustellen mit umfassenden Straßenbauarbeiten in Flandern: „Oben an waren die notwendigen Reparaturen am Viadukt von Merksem, wodurch der Verkehr rund um Antwerpen einige Tage lang felsenfest saß.“ 

Viel mehr Verkehr bis 2040

Das belgische Planungsbüro geht in seinen Vorausberechnungen in Sachen Mobilität davon aus, dass es bis 2040 etwa 8 % mehr Individualverkehr auf den Straßen und Autobahn in unserem Land geben wird, aber auch über 20 % mehr Güterverkehr. Wenn es Belgien nicht schafft, mehr Güterverkehr auf die Binnenschifffahrt und auf die Bahn zu verlegen, wird die durchschnittliche Geschwindigkeit bis dahin noch um 10 bis 15 km/h langsamer werden…  

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