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Regelrechte Garneleninvasion an der Küste: "Fänge von 4.000 Kilo in wenigen Tagen".

Zwischen Oostende und dem niederländischen Vlissingen wimmelt es derart von Garnelen, dass die Fischer derzeit Fänge von 3.000 bis 4.000 Kilo in nur 3 bis 4 Tagen machen. Die Fischer sprechen sogar von einer Garnelenexplosion. Normalerweise sind die Krabbenfischer schon mit 2.000 Kilo in einer ganzen Woche zufrieden", sagt der niederländische Meeresforscher Willem den Heijer gegenüber VRT NWS. 

Martina Luxen
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"Nach einer längeren Periode mäßiger Fänge, auch vor der belgischen Küste, gingen den Fischern ab Ende September plötzlich große Fänge ins Netz", weiß Willem den Heijer, der den Fischbestand vor der belgischen und niederländischen Küste überwacht.  

"Hin und wieder kommt es zu einer regelrechten Explosion, bei der plötzlich sehr viele Garnelen in einem relativ kleinen Gebiet auftauchen", so der Meeresforscher.  

Die aktuelle Garnelenexplosion wurde erstmals Mitte September vor der südholländischen Küste festgestellt und verlagerte sich im Oktober nach Süden in Richtung Zeeland.  "Und letzte Woche waren sie plötzlich vor der Schelde-Mündung zwischen Ostende und Vlissingen." 

Diesmal doch außergewöhnlich

Garnelenexplosionen sind nichts Außergewöhnliches: "Vor vier Jahren hatten wir wieder so eine Explosion. Dann sieht man plötzlich deutsche Krabbenfischer, die sich der niederländischen und sogar der seeländischen Küste nähern", blickt Den Heijer zurück.

Die derzeitige Explosion ist jedoch außergewöhnlich, da sie schon seit der zweiten Septemberhälfte andauert. "Die Garnelenfischer können sich seit zweieinhalb Monaten nicht mehr beklagen", sagt er. 

5 Euro pro Kilo graue Garnelen im Großhandel

"Während einer Garnelenexplosion liegt der Fang pro Schiff zwischen 2.000 und 6.000 Kilo pro Woche, je nachdem, wie viel Glück der Fischer hat. Ich habe gehört, dass in letzter Zeit 3.000 bis 4.000 Kilo in nur drei bis vier Tagen gefangen wurden. Normalerweise sind sie schon mit 2.000 Kilo in einer ganzen Woche zufrieden."  

Die aktuellen Rekordfänge sind ein willkommener Glücksfall für die Garnelenfischer, die wie so viele andere Sektoren mit den hohen Treibstoffpreisen zu kämpfen haben. Von dem Rekordertrag, so Den Heijer, werden die Verbraucher jedoch nicht sofort etwas im Einzelhandelspreis bemerken.   

Der Großhandelspreis, den die Garnelenfischer derzeit erhalten, liegt nach wie vor bei etwa 5 € pro Kilogramm. Bei der letzten großen Garnelenexplosion im Jahr 2018 hat sich der Preis aufgrund des großen Angebots halbiert.  

Überraschung der Natur

Eine Garnelenexplosion ist normalerweise schwer vorherzusagen, sagt Meeresforscher Den Heijer. "Eigentlich kann eine solche Explosion zu jeder Zeit des Jahres stattfinden. Die Natur hält oft Überraschungen bereit." Den Heijer zufolge hat die derzeitige Explosion absolut nichts mit dem Klimawandel zu tun: "Die Ursache liegt wahrscheinlich in einem Streifen vor der Küste, wo es derzeit viel Nahrung und eine ideale Temperatur für die Garnelen gibt, um dort zu gedeihen." 

Da es jetzt deutlich kälter wird, befürchtet Den Heijer, dass die Garnelen in naher Zukunft in tiefere Gewässer abwandern werden, wo es etwas wärmer ist. "Dann müssen die Krabbenfischer sie jagen, um sie noch zu fangen." 

Obwohl die Graue Garnele eigentlich ein Krustentier ist, wurde sie im letzten Sommer zum Fisch des Jahres gekürt. Und offenbar fühlen sich die Tiere in unseren Gewässern plötzlich sehr wohl, wie belgische und niederländische Krabbenfischer berichten.

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