In Belgien wird so viel Kokain beschlagnahmt, vor allem im Hafen von Antwerpen, dass die Verbrennungsanlagen nicht nachkommen. Die Regierung ist daher auf der Suche nach zusätzlichen Verbrennungskapazitäten. Niemand will das Risiko eingehen, dass Drogenbanden diese Kokainlager finden könnten.
Zoll beschlagnahmt so viel Kokain, dass die Verbrennungsanlagen nicht mithalten können
Im vergangenen Jahr wurden allein im Hafen von Antwerpen 90 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Bis Ende des Jahres könnten es 100 Tonnen werden. Ein großer Erfolg für die Sicherheitsdienste, aber auch eine großes Risiko. Das in Gewahr genommene Kokain darf nicht liegenbleiben, sondern muss vernichtet werden.
Dieser Prozess erfolgt in speziell zugelassenen Verbrennungsanlagen. Wie viele solcher Öfen es in unserem Land gibt und wo sie sich befinden, halten die Zollbehörden geheim, um Kriminelle nicht in Versuchung zu bringen.
Kokain wird überwacht
Der belgische Justizminister Vincent Van Quickenborne (flämische Liberale, Open VLD) sagte: "Für die Lagerung dieses Kokains ist der Zoll zuständig. Die Lager werden natürlich von der Polizei, dem Zoll und anderen Diensten gut bewacht, sie tun das Notwendige, um das Sicherheitsrisiko zu begrenzen.”
Bei der Vernichtung kam es jetzt zu einem Engpass, weil so viele Kokain beschlagnahmt wurde und ein Ofen in der Wartung war. Außerdem kann man Kokain nicht in großen Mengen auf einmal verbrennen. Denn offenbar gibt es ein Problem mit den Filtern der Verbrennungsanlage."
Neue Kapazitäten gefunden, aber noch nicht ausreichend
"Wir haben bereits teilweise neue Kapazitäten gefunden, obwohl das nicht in meinen Zuständigkeitsbereich fällt, wo bereits Tonnen von Kokain vernichtet wurden", fügte Van Quickenborne hinzu. Seine Behörde habe auch mit dem Bürgermeister von Antwerpen und der flämischen Umweltministerin Zuhal Demir (flämische Nationalisten, N-VA) aufgenommen, die für Verbrennungsanlagen zuständig ist, um zu sehen, ob zusätzliche Kapazitäten vorhanden sind. Die Gespräche seien gut verlaufen.”
Demir ließ mitteilen, dass die Suche nach zusätzlichen Verbrennungsanlagen erst seit Donnerstag laufe und man die Müllverarbeitungsgesellschaft dass Ovam hinzugezogen habe.
