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Inland
Justiz

Gefängnis von Vorst in Brüssel nach 112 Jahren endgültig geschlossen

Am Samstag sind auch die letzten Wärter und Insassen aus der total veralteten Haftanstalt von Vorst in Brüssel nach Haren gezogen, wo seit einigen Wochen ein funkelnagelneues “Gefängnisdorf” bezogen wird. Wie es in Vorst zuletzt ausgesehen hat, zeigt diese Reportage des ersten TV-Senders der VRT. 

Martina Luxen
Veröffentlicht:

“Hier sind die Wasserhähne bei den letzten Aufständen aus der Wand gebrochen worden, seitdem konnte man die Eimer für die Notdurft hier nicht mehr ausspülen”, weiß der junge Wärter, der die Häftlinge von Vorst bis zuletzt betreute.  

Jetzt verschließt er die Tür zum letzten Mal. 

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Heute ziehen auch die letzten Häftlinge um. Keiner der es bereut: “Weder WC noch fließendes Wasser gab es hier. In Haren wird es besser sein.” 

Justizminister Vincent Van Quickenborne wollte es sich wohl nicht nehmen lassen, am Schließungstag dabei zu sein: “Diese Anstalt war vollkommen veraltet, es gab Schimmel an den Wänden, kein fließendes Wasser, häufig hockten bis zu 3 Häftlinge auf einigen Quadratmetern zusammen.” 

Das Gefängnis war 1910 errichtet worden und blickt auf eine turbulente Geschichte zurück, mit Revolten, Überbevölkerung und berühmt-berüchtigten Kriminellen. 

In den letzten Wochen ist die Gefängnisbevölkerung auf 200 Insassen geschrumpft. Bevor das Tor definitiv zuschlägt, müssen auch die Wärter von Vorst Abschied nehmen, wo sie eine große Familie waren. Für Christoph Visaert war es ein emotionsgeladener Moment. 

An diesem letzten Tag nach 112 Jahren hatte Justizminister Van Quickenborne die Ehre, die Tür ein letztes Mal zu schließen. 

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