Im vergangenen Sommer lag die Übersterblichkeit in Belgien auffallend hoch. Das staatliche wissenschaftliche Gesundheitsamt Sciensano meldet, dass die Zahlen über denen der Übersterblichkeit von vor 20 Jahren lag. Grund dafür was eine Kombination aus Hitzewelle und Sterbefällen durch das Coronavirus Covid-19. Die Übersterblichkeit schlug im letzten Sommer in unserem Land vor allem bei älteren Frauen zu, so die Sciensano-Statistik.
Im Sommer 2022 wurde in Belgien die höchste Übersterblichkeit seit 20 Jahren registriert
Der Sommer 2022 war der zweitwärmste Sommer seit Aufzeichnung der Wetterdaten in Belgien. Zwischen Mitte Juni und Ende August 2022 sind in unserem Land 2.291 Menschen mehr gestorben, als erwartet. Wenn mehr Menschen sterben, als „in den Statistiken und Erwartungen vorgesehen“, spricht man von einer Übersterblichkeit. Und die lag in diesem Zeitraum bei 5,7 %, so Toon Braeye, Epidemiologe bei Sciensano: „Das ist der höchste Prozentsatz seit 20 Jahren.“ Damit ist der Prozentsatz für eine Sommerperiode gemeint.
Teilweise war diese Übersterblichkeit auf die Auswirkungen der weiter anhaltenden Corona-Pandemie zurückzuführen, doch war der Einfluss des außergewöhnlich heißen Sommers auf die Sterbezahlen nicht unerheblich, im Gegenteil. Überdies sorgte die Kombination zwischen Corona und Hitze für mehr Todesfälle.
Laut Sciensano ist es wohl so, dass eine betagte Person, die älter als 85 Jahre ist, schneller an den Folgen einer Corona-Ansteckung stirbt, wenn es besonders heiß ist, als jemand im gleichen Alter, der nicht erkrankt ist. Tatsache ist, dass der heiße Sommer in diesem Jahr mit der 7. Coronawelle zusammentraf. Höhepunkt dieser Welle war die Woche vom 18. Juli, nicht zufällig die wärmste Woche des Jahres.
Was sagt die Demographie?
Zusätzliche Sterbefälle im Laufe von warmen oder gar heißen Perioden und Jahreszeiten sind nicht selten. „Wenn es zu Perioden mit großer Hitze kommt, die länger als 5 Tage dauern, dann können schwächere Menschen an Hitze- oder Austrocknungserscheinungen sterben“, sagte Patrick Deboosere, Demograph an der Freien Universität Brüssel (VUB) dazu gegenüber VRT NWS. „Wir sehen das öfter. Das war auch z.B. im Sommer 2020 so. Im Sommer 2021 war das nicht der Fall.“ Dies war denn auch ein eher milder Sommer.
