Die Königlichen Museen für Kunst und Geschichte (KMKG) wollen den Japanischen Turm, den Chinesischen Pavillon und die Hallepoort endgültig schließen. Das geht aus einem Vermerk der Museumsleitung hervor, den die Redaktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Flandern, VRT NWS, einsehen konnte. Die Museumsleitung will die Kosten senken und sich auf die Entwicklung ihrer anderen Standorte konzentrieren.
Werden der Japanische Turm, der Chinesische Pavillon und die Hallepoort in Brüssel verkauft?
Der Japanische Turm und der Chinesische Pavillon im Norden der Stadt Brüssel sind seit bereits neun Jahren geschlossen. Die beiden Gebäude gehören zu den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte (KMKG) und lenken alle Blicke auf sich, wenn man über die Autobahn A12 nach Brüssel fährt. Wegen Infrastrukturproblemen sind sie seit 2013 aufgrund von Infrastrukturproblemen nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Hallepoort, die an der kleinen Ringstraße beim Südbahnhof liegt, wurde erst vor drei Jahren renoviert.
"[...] Die KMKG haben offiziell fünf Standorte zu verwalten: das Museum für Kunst und Geschichte, das Musikinstrumentenmuseum, die Hallepoort, den Horta-Lambeaux-Pavillon im Jubelpark und sowie den Japanischen Turm und den Chinesischen Pavillon im Stadtteil Laeken. Die Regierung hat angedeutet, dass sie bis 2021 einen Betreiber/Konzessionär für die beiden Gebäude in Laeken finden will. [...]
Die KMKG sind der Ansicht, dass eine dauerhafte Schließung der Hallepoort und eine Übertragung dieses Gebäudes an die Region Brüssel-Hauptstadt oder an die Stadt Brüssel es ihnen ermöglichen würde, sich auf die Entwicklung der Königlichen Museen für Kunst und Geschichte und das Musikinstrumentenmuseum sowie den Horta-Lambeaux-Pavillons zu konzentrieren. [...]"
Aus anderen Epochen
Die beiden Gebäude waren Anfang des 20. Jahrhunderts von König Leopold II. in Auftrag gegeben, um chinesische und japanische Kunstschätze aufzubewahren. Bis 2021 sollten die Renovierungsarbeiten am Japanischen Turm und am Chinesischen Pavillon abgeschlossen sein. Was aber leider nicht der Fall ist, wie man am heruntergekommenen Aussehen unschwer erkennen kann.
Nachdem König Leopold II. 1900 mehrmals die Pariser Weltausstellung besucht hatte, beauftragte der belgische Monarch den französischen Architekten Alexandre Marcel mit dem Bau einer ähnlichen Anlage in der Nähe von Schloss Laeken. Der Chinesische Pavillon war ursprünglich als Luxusrestaurant gebaut worden und wurde erst zehn Jahre später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Besucher konnten sich Importe aus dem Fernen Osten ansehen, von Porzellan und Silberwaren bis hin zu chinesischen Möbeln.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Museum wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und den KMKG zugeordnet. Bis 2013 beherbergte das Gebäude eine bemerkenswerte chinesische Kunstsammlung. Die Werke wurden inzwischen in den Museen für Kunst und Geschichte im Brüsseler Jubelpark untergebracht.
Auch der Japanische Turm hat eine bewegte Geschichte: Er wurde 1905 eingeweiht und ging vier Jahre später in den Besitz der KMKG über. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude jedoch wegen Wartungsproblemen und Lecks geschlossen. Erst 1989, 40 Jahre später, wurde der Japanische Turm vollständig renoviert. Knapp 25 Jahre später musste der Japanische Turm zusammen mit dem Chinesischen Pavillon erneut wegen Wartungsproblemen geschlossen werden.
Die festungsähnliche Hallepoort stammt aus einer anderen Epoche: Das ehemalige Stadttor wurde 1381 erbaut. Mit seinen vier Stockwerken und 169 Stufen ist die Hallepoort heute das einzige erhaltene Brüsseler Stadttor. Bevor es 1847 gründlich umgebaut und in ein Museum umgewandelt wurde, fungierte es ebenfalls als Gefängnis.
