Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) hat am Montagmorgen die Spitzen der belgischen Erstliga-Fußballvereine getroffen. Dies war nach erneuten Krawallen in den Zuschauerrängen am vergangenen Wochenende eine Idee von Lorin Parys, dem Vorsitzenden der Pro League, der Vereinigung der belgischen Profifußballvereine. Am Samstag war die Partie SC Charleroi gegen KV Mechelen nach schweren Krawallen von Charleroi-Hooligans abgebrochen worden.
Belgiens Innenministerin: "Bei Gewalt im Fußballstadion müssen die Vereine ihre Verantwortung übernehmen"
Das belgische Innenministerium wartet mit drei Kernpunkten auf, um der Gewalt in den Stadion Herr zu werden: Die Verantwortung liegt bei den Vereinen, es wird schwerere Sanktionen gegen die Täter geben und die Zugangskontrollen zu den Stadien sollen strenger werden.
Innenministerin Verlinden zeigte sich nach den Bildern des Spiels Charleroi gegen Mechelen schockiert. Am Samstag hatten Ultras des SC Charleroi schon kurz nach dem Anpfiff Tennisbälle und Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen.
Nach der Halbzeitpause brannte Pyrotechnik auf den Rängen ab, die danach ebenfalls auf das Spielfeld flogen. Daraufhin brach der Schiedsrichter die Partie ab.
Charleroi führte zu diesem Zeitpunkt mit 1:0, verliert das Spiel aber am grünen Tisch des Verbandes mit 0:5.
Die Vereine sind am Zuge
Verlinden will die Vereine jetzt mehr in die Verantwortung nehmen. Dies steht auch in ihrem Entwurf für ein strengeres Fußballgesetz in Belgien. Sind die Clubs bei der Kontrolle an den Stadioneingängen bzw. des Kartenverkaufs zu lässig, drohen Strafen. Es gilt bekannte gewaltbereite Hooligans ebenso aus den Stadien zu verbannen, die auch pyrotechnisches Material.
Auch die Sanktionen gegen gewalttätige Zuschauer werden verschärft. Wer wegen körperlicher Gewalt angezeigt wird, dem droht ein Stadionverbot von 10 Jahren und nicht wie bisher von 5 Jahren. Personen, die Tickets für Spiele weiterverkaufen, womöglich an Hooligans mit Stadionverbot, werden Probleme bekommen. Eintrittskarten für Fußballspiele in der ersten Liga in Belgien sollen wieder namentlich werden und die Kontrolle davon soll durch private Sicherheitsfirmen erfolgen.
Ab wann diese neue Regelung innerhalb des belgischen Fußballgesetzes in Kraft treten soll, ist noch unklar, doch bei Risikospielen soll ab sofort schärfer kontrolliert werden. Ganz nebenbei bemerkt: Am Sonntag brannten Fans des RSC Anderlecht im Spiel gegen Racing Genk wieder massiv Pyrotechnik im Stadion ab (Foto unten). Anderlecht verlor mit 0:2 gegen Tabellenführer Genk.

