Der Vorsitzende der flämischen Sozialisten Vooruit, Conner Rousseau (Foto), holte gegenüber der flämischen Sonntagszeitung De Zondag gegen die Gewerkschaften in Belgien und gegen die rechts- und linksextremen Parteien aus. Diese würden eine Atmosphäre schaffen, durch die die Menschen im Land glauben würden, dass die Regierung die Schuld an den hohen Energierechnungen und an der hohen Inflation habe. Rousseau erinnert daran, dass der Wahre Schuldige Russlands Präsident Putin sei.
Flanderns Sozialistenchef Rousseau: "Nicht die Regierung hat schuld an den hohen Rechnungen, sondern der Verrückte in Russland"
Es gebe kaum ein Land in der Welt, dass die Kaufkraft der Bürger besser schützen würde, wie Belgien, so der Vooruit-Vorsitzende Conner Rousseau in De Zondag: „Die automatische Lohnindexierung, die Mehrwertsteuersenkung, die Energieschecks, die steigenden Renten und so weiter. Ich verstehe, dass sich viele Leute Sorgen über ihre hohen Rechnungen mache, doch die Gewerkschaften bringen das verkehrte Signal. Es ist nicht die Regierung, die die Inflation schuld ist, sondern dieser Verrückte in Russland: Putin.“
Die Parteien, die am meisten Wind um die Politik machen würden, „sind die besten Freunde von Putin. Die PVDA (die Linksradikalen in Belgien, Red.) weigern sich, Russland zu verurteilen und Vlaams Belang (die flämischen Rechtsradikalen, Red.) sollen Putin sogar zu Waffen verholfen haben (wie das flämische Wochenmagazin Humo diese Woche schrieb, Red). Sie sollten also besser schweigen.“
Nach Ansicht des flämischen Sozialistenchefs Rousseau habe der Streik vom vergangenen Mittwoch der PVDA und Vlaams Belang in die Hände gespielt: „Die Gewerkschaften sorgen mit dafür, dass eine Atmosphäre entsteht, nach der die Regierung schuld ist, dass die Rechnungen so hoch sind. Das ist einfach nicht ehrlich. Aber ist stehe inhaltlich trotzdem hinter den meisten Forderungen der Gewerkschaften. Ich will auch eine Verschiebung der Belastung der Arbeit auf die Vermögen, also höhere Nettolöhne.“
Doch Gehaltserhöhungen, die über dem Index liegen würden, seien derzeit nicht drin, so Rousseau abschließend: „Eine allgemeine Lohnerhöhung wird leider nicht gelingen, doch in den Sektoren, in denen gerade große Gewinne gemacht werden, muss es eine Prämie geben. Das ist realistischer Sozialismus.“
