Die Gemeinde Langemarck-Poelkapelle in der Provinz Westflandern will, dass deutsche Städte, in denen es eine „Langemarckstraße“ gibt, diese durch eine geschichtliche Deutung ergänzen. Die meisten „Langemarckstraßen“ bekamen ihren Namen während der Nazizeit, denn sie sollten an die Heldentaten der deutschen Soldaten auf den flämischen Schlachtfeldern im Ersten Weltkrieg erinnern. Heute möchte die Gemeinde nicht mehr so mit der Nazizeit assoziiert werden.
Zum 11. November: Langemarck-Poelkapelle bittet deutsche Städte mit einer "Langemarckstraße" um Deutung
Während des Dritten Reichs machte die Legende die Runde, dass 2.000 bis 3.000 junge Soldaten während einer Schlacht in Langemarck im Ersten Weltkrieg singend in den Kampf gegangen seien, auch wenn der Feind damals besser ausgerüstet gewesen sei. Dieser Mythos wurde von der Propaganda der Nazis genutzt, um Soldaten für den Zweiten Weltkrieg zu rekrutieren. Städte und Gemeinden wurden damals darum gebeten, Straßen und Plätze umzubezeichnen und z.B. „Langemarckstraße“ zu nennen. Dies taten viele Ortschaften damals.
Heute gibt es in ganz Deutschland noch immer 36 „Langemarckstraßen“, doch die westflämische Gemeinde möchte nicht länger auf diese Art und Weise mit der Nazizeit assoziiert werden.
Langemarck-Poelkapelle bittet jetzt die deutschen Städte, die eine solche Straße haben, darum, die entsprechenden Straßenschilder mit einer Deutung zu ergänzen bzw. dort einen QR-Code anzubringen, der zu einer solchen Erklärung führt.
Man werde mit allen 36 Städten und Gemeinden mit einer solchen Straße Kontakt aufnehmen, um diese Informationen weiterzugehen, so Laurent Hoornaert (TOPE 8920), Schöffe in Langemarck-Poelkapelle gegenüber dem VRT-Sender Radio 2: „Wie bitten aber bewusst nicht darum, diese Straßennamen zu ändern. Wir finden es gut, dass die Menschen an diese Geschichte erinnert werden, damit sie nicht verloren geht. Doch wir wollen als Friedensgemeinde auch eine Botschaft rund um die Gefahren von Propaganda und um das Elend, dass Krieg verursacht, bringen.“
