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Inland
Wirtschaft

Brauerei "Brussels Beer Project" stoppt den Export in Länder außerhalb Europas

Die junge und populäre Brüsseler Brauerei „Brussels Beer Project“ hat sich dazu entschlossen, ab 2023 kein Bier mehr in Länder außerhalb Europas zu exportieren. Dort möchte man in Zukunft lokaler arbeiten, um so auch mehr positiven Einfluss auf Klima und Umwelt zu haben und um nicht zuletzt im Bereich der Bierbrauer als ein in dieser Frage gutes Beispiel auftreten zu können. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das „Brussels Beer Project“ wurde erst vor 9 Jahren gegründet und wurde durch seine Angebotspalette recht schnell populär. Im Laufe der Zeit exportierte das kleine Unternehmen, das mit Crowdfunding gegründet wurde, in die USA, nach Brasilien und Australien sowie nach Thailand und nach Hongkong. In Tokio betreibt das „BBP“ sogar ein Café. Doch damit soll zum Jahreswechsel Schluss sein, auch wenn der Export außerhalb Europas inzwischen rund eine Million Flaschen Bier im Jahr betrifft.

Beim „Brussels Beer Project“ will man in Zukunft seine Produkte eher lokal und nur noch in Europa anbieten. Die jungen Brauer wollen mit diesem Schritt wieder zurück zu ihren Wurzeln und zum Gründungsgedanken. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Unser Ziel ist, in Sachen Umwelt Klassenbester zu werden. Doch wir sehen jetzt, dass wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen.“

Das Beenden der Ausfuhr von Bier außerhalb Europas sei ein großer Schritt auf Ebene des Schadstoffausstoßes und der Nutzung von Rohstoffen, so das „BBP“, denn das Verschiffen von Bier geschehe in energiefressenden Kühlcontainern und finde in Plastikfässern statt, die nicht man nicht recyclen könne. Man werde den Verlust dieses Exports schon spüren, doch da inzwischen 83 % der gesamten Produktion in Belgien verkauft würden, gebe es hier auf lokaler Ebene „noch Luft nach oben.“ 

B CORR-Label

Nicht zuletzt kehren die „BBP“-Brauer mit dem Ende des weltweiten Exports zurück zu ihren Wurzeln - vor allem auch auf lokaler Brüsseler Ebene. Das hat auch mit einer Auszeichnung zu tun. Das „Brussels Beer Project“ ist vor nicht allzu langer Zeit mit dem B Coor-Label ausgezeichnet worden.

Dies ist ein Label für lokale Unternehmen in Belgien, die vorbildlich für ihre eigene Führung sind, in der Zusammenarbeit mit ihrem Personal und mit ihren Kunden und nicht zuletzt in Sachen Gemeinschaft und Umwelt. Das „BBP“ schnitt unter anderem hier gut ab, wegen eines besonders nachhaltigen Projekts: Hier wird ein Bier gebraut, das „Babylon“ heißt und das Besondere daran ist, dass dieses Bier mit unverkauftem Brot, das direkt aus Bäckereien kommt, gebraut wird. 

Vorbildlich

Als vorbildlich gilt bei dieser Brüsseler Brauerei auch die neue Brauerei im „Port Sud“ im Stadtteil Anderlecht (neben dem Stammsitz im zentralen Dansaert-Viertel in der Innenstadt). Hier wird viel Wert auf die soziale Ebene im Umfeld des Standorts gelegt. Aber, auch der Umgang der Geschäftsführung von „BBP“ mit den Crowdfundern, die dabei geholfen haben, das Projekt erst gelingen zu lassen, ist beispielhaft.

Auf lokaler Brüsseler und belgischer Ebene bleibt zudem festzuhalten, dass das „BBP“ in erster Linie mit in Belgien angebautem Hopfen braut und dass Malz und Korn aus der nachhaltigen Landwirtschaft im eigenen Land kommt. Kurze Wege sind eben Teil des (neuen) Konzepts

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