Die drei Klimaaktivisten, die in der vergangenen Woche eine Protestaktion im Mauritshuis-Museum in Den Haag (Niederlande) durchgeführt haben, sind zu Haftstrafen verurteilt worden. Einer der Angeklagten, Wouter Mouton, hatte seinen Kopf an das berühmte um 1665 entstandenen Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Johannes Vermeer geklebt. Ein zweiter Angeklagter filmte den Protest. Beide wurden am Mittwoch zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt - wobei die Hälfte der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde -, nachdem der niederländische Richter die Zerstörung des Gemäldes als erwiesen ansah und hinzufügte, dass der Protest viele Menschen schockiert habe.
Haftstrafen für alle belgischen Klimaaktivisten, die sich an Vermeer‘s Meisterwerk geklebt hatten
Am Freitag wurde noch David S., ein 45-jähriger Mann aus der ostflämischen Stadt Dendermonde, ebenfalls zu einer zweimonatigen Haftstrafe verurteilt. Die Hälfte der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Dieser Angeklagte warf eine Dose Suppe über den Mitprotestierenden Wouter Mouton, während dessen Protestes. Auch David S. klebte eine Hand an die Tafel, an der das Gemälde befestigt ist.
Die Klimaschützer von Extinction Rebellion wollen nun eine Welle von Protesten in Belgien und den Niederlanden starten. "Wir protestieren damit gegen die Tatsache, dass Klimaaktivisten unverhältnismäßig hohe Strafen erhalten, während die wahren Verbrecher frei herumlaufen", so die Organisation.
"Der Protest der Aktivisten war provokativ, aber absolut gewaltfrei. In Solidarität mit den Aktivisten, dem Fotografen und den Tausenden von Aktivisten, die weltweit unterdrückt werden, werden wir öffentliche Plätze besetzen. Wir werden uns von Richtern, die zivilen Ungehorsam nicht anerkennen, nicht aufhalten lassen".

