Etwa jedes zehnte Pflegeheim in Flandern kann derzeit keine neuen Bewohner aufnehmen. Der Grund dafür ist zumeist ein akuter Personalmangel in den Einrichtungen. In anderen Wohnheimen müssen Abteilungen aus dem gleichen Grund befristet geschlossen werden.
Aufnahmestopp: Akuter Personalmangel in Flanderns Pflegeheimen
Die Konkurrenz bei der Suche nach zusätzlichem Personal für Pflege-und Seniorenwohnheime in Flandern sei besonders groß in den Metropolen, wie Antwerpen, sagte Margot Cloet, die Direktorin von Zorgnet Icuro, dem größten Pflegenetzwerk in Flandern. Sie warnte vor einer Krise, die auf diesen Sektor zukomme.
Dem pflichtete Johan Staes vom Unabhängigen Flämischen Pflegenetzwerk bei: „Das ist etwas, das wir schon lange wissen. Hier liegt ein fundamentales Problem vor und das fängt schon bei der Ausbildung von Pflegefachkräften an.“ Die Normen seien zu streng und die Ausbildung gehe nicht weit genug in den Bereichen Seniorenpflege und Geriatrie, so Staes.
Hier liegt ein fundamentales Problem vor und das fängt schon bei der Ausbildung von Pflegefachkräften an.“
Johan Staes, Unabhängiges Flämisches Pflegenetzwerk
Und inzwischen wartet eine Rentenwelle auf den Sektor: „Im Durchschnitt gehen zwei ganztags arbeitenden Pflegekräfte noch vor dem Jahresende in Pension.“
Ein Beispiel ist das Pflegeheim „Toermalien“ in Genk in der Provinz Limburg. Hier ist eine Abteilung bereits seit 3 Monaten geschlossen, weil ein akuter Mangel an Pflegefachkräften herrscht. Die Einrichtung sucht dringend nach mindestens 10 zusätzlichen Mitarbeitern.
Beim flämischen Arbeitsamt heißt es dazu, dass im September 2.500 offene Stellen gegenüber 500 arbeitsuchenden Pflegefachkräfte stehen würden.
