Genau wie beim Gas verbrauchten die Haushalte und die Unternehmen in Belgien im vergangenen Monat Oktober auch deutlich weniger Strom. Laut vorläufigen Statistiken des Stromnetzbetreibers Elia wurde auch weniger Elektrizität verbraucht, weil der Oktober dieses Jahr besonders mild war und dass dadurch auch privat mehr Sonnenenergie produziert werden konnte.
Der Stromverbrauch lag in Belgien im Oktober 10 % unter dem eigentlichen Normalverbrauch
Hochspannungs-Netzbetreiber Elia verglich die Zahlen von Oktober 2022 mit den Oktoberzahlen aus den Jahren 2016 bis 2021. Daraus wurde ersichtlich, dass dieses Jahr 9,6 % weniger Strom verbraucht wurde, als in den Vergleichsjahren.
Rechnet man den Anteil des nicht verbrauchten Stroms aufgrund der günstigen Wetterbedingungen weg, dann kommt man noch immer auf einen Rückgang um 6 %, was auf Energiesparen zurückgeführt wird.
Wohl durch die hohen Strompreise haben die privaten Haushalte und vor allem auch die Unternehmen deutlich weniger Strom verbraucht, so Elia. In Belgien gehen rund 70 % des Stromverbrauchs auf das Konto von Wirtschaft und Industrie.
Inzwischen haben ja bekanntlich einige energieintensive Unternehmen ihre Produktionen gedrosselt oder zeitweise ganz heruntergefahren. Gerade hier steigen die Rechnungen für Strom (und für Gas) enorm.
Mehr Solarstrom, mehr Export
Aus den ersten Zahlen für Oktober bei Elia ist ersichtlich, dass mehr Solarstrom erzeugt wurde. Letztes Jahr verzeichnete Elia einen Anstieg des Anteils an Sonnenenergie um 3,9 % und dieses Jahr liegt dieser Anstieg bei 6,6 %.
Allerdings gilt es hierbei zu bemerken, dass jedes Jahr neue (auch private) Solaranlagen in unserem Land hinzukommen und dass der Oktober besonders sonnig und mild war.
Inzwischen haben die nachhaltigen Energiequellen Sonne und Wind (an Land und auf hoher See) einen Anteil von 23 % an der Stromproduktion in Belgien. Kernkraftwerke produzieren rund die Hälfte unserer Elektrizität und der Rest entfällt auf Gaskraftwerke.
Einen Teil der Stromproduktion führt Belgien aus. Hinlänglich bekannt ist, dass aktuell ein nicht unerheblicher Anteil des belgischen Atomstroms nach Frankreich exportiert wird. Die Franzosen haben gerade große Probleme mit ihren Kernkraftwerken, die, wie auch in Belgien, teilweise marode und veraltet sind. Einige davon sind die gleichen Konstruktionen, wie die in Belgien…
