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LNG-Terminal in Zeebrügge
Inland
Wirtschaft

Belgien ist für Deutschland der wichtigste Gas-Exporteur

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine sorgt dafür, dass der belgische Hafen von Zeebrügge höhere Umschlagszahlen vorweisen kann. Das betrifft insbesondere den Umschlag von Gas, von dem auch der belgische Gasnetzbetreiber Fluxys profitiert. Seit der Energiemarkt nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine Mitte Februar durcheinandergerüttelt hat, schreibt das flämische Wirtschaftsmagazin Knack dazu, ist Zeebrügge zu einer wichtigen Drehscheibe für Gas geworden und ein Standbein davon sind Lieferungen nach Deutschland. Das bedeutet aber auch, dass Belgien vom Krieg in der Ukraine profitiert. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In den ersten 9 Monaten des Jahres 2022 führten die EU und Großbritannien gemeinsam 316 Milliarden Kubikmeter Gas ein. Doch im gleichen Zeitraum kamen 57 Milliarden Kubikmeter Gas weniger aus Russland nach Europa, schreibt Knack dazu in seiner aktuellen Ausgabe. Doch dieser Rückgang wurde durch Einfuhr von Gas über Pipelines aus Norwegen und durch per Schiff aus dem Mittleren Osten - vornehmlich aus Katar und Oman - geliefertem LNG kompensiert.

Durch die Anschlüsse an die Pipelines aus Norwegen und Großbritannien und durch die LNG-Terminals von Fluxys ist der Hafen von Zeebrügge zu einer der wichtigsten Drehscheiben für Gas in Nord-West-Europa geworden. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zwischen Januar und September diesen Jahres wurden 85,7 Terrawattstunden Gas über das Netz von Fluxys geliefert - mehr als das Doppelte von dem in der gleichen Periode 2021.

Gas für Deutschland aus Belgien

Dies ist vor allem für unser Nachbarland Deutschland gerade äußerst wichtig, denn das durch die jahrzehntelange Abhängigkeit von russischem Gas gebeutelte Land bekommt gerade aus diesem Land nur noch knapp 20 % von dem, was sonst von dort geliefert wird. Das führte dazu, dass sich die deutsche Bundesregierung damit beeilen musste, anderweitig seine Gasreserven aufzufüllen. Und hier kommt Belgien, bzw. der Hafen von Zeebrügge ins Spiel.

Nach Norwegen war Belgien in den vergangenen Monaten der wichtigste direkte Gaslieferant für Deutschland, schreibt Knack weiter dazu. Und mehr als die Hälfte des Gases, das Deutschland aus den Niederlanden bezog, kam ebenfalls aus den Terminals in Zeebrügge. 

Enorme Gewinne?

Der zunehmende Gasexport in Richtung Niederlande und Deutschland sorgte mit dafür, dass der Transport von flüssigen Massengütern über den Fusionshafen Port of Antwerp-Bruges enorm zunehmen und für positive Zahlen sorgen konnte - trotz Krieg in der Ukraine. Davon profitierte auch der belgische Gasnetzbetreiber Fluxys. Durch die hohen Gaspreise an den internationalen Märkten sind die Einnahmen des Fusionshafens und des Gasnetzbetreibers deutlich gestiegen.

In den ersten 6 Monaten des Jahres verbuchte Fluxys - das Unternehmen gehört übrigens überwiegend den belgischen Städten und Gemeinden - eine halbe Milliarde Euro zusätzliche Einnahmen. Solche enormen Gewinne sind natürlich auch der belgischen Bundesregierung bekannt. Diese wird für den Haushalt 2023 in einer Einmalzahlung 300 Mio. € aus diesem Gewinn einstreichen.

LNG-Terminal in Zeebrügge

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