In einigen Ortschaften in Flandern und in Ostbelgien sind am 1. November neue „Stolpersteine“ ins Pflaster von Bürgersteigen eingelassen worden, die an die Schicksale von Opfern der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs erinnern. Dies war der Fall in Herentals in der Provinz Flämisch-Brabant, in Beverlo in Limburg und in Walhorn in Ostbelgien.
Neue "Stolpersteine" erinnern an die Schicksale von NS-Opfern
Einer der in Walhorn in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien unweit der deutschen Grenze verlegten „Stolpersteine“ erinnert an den Briefträger Franz Kockartz, der die Einberufungsbefehle für die Soldaten, die von der Wehrmacht eingezogen wurden, zustellen musste. Dieser warnte die betroffenen Familien im Vorfeld, wurde aber verraten. Kockartz wurde zunächst in ein Arbeitslager bei Aachen gebracht und später ins KZ Neuengamme, wo er 1942 umgebracht wurde.
Ein weiterer „Stolperstein“ erinnert an die Familie des aus Hessen stammenden Juden Julius Joseph, der 1942 in Auschwitz ermordet wurde. Dessen Frau, Kinder und Schwiegereltern wurden ebenfalls von den Nazis abgeholt, doch deren Spur verlor sich. Unsere Kollegen vom deutschsprachigen Rundfunk BRF haben dazu eine Reportage auf ihrer Webseite veröffentlicht, die hier zu finden ist .
Die ersten drei „Stolpersteine“ in Herentals in Flämisch-Brabant erinnern an die Widerstandskämpfer Leon Puyenbroeck, Hendrik und Jozef Aerts, die erst gegen Kriegsende verraten und deportiert wurden. Puyenbroeck wurde 1944 nach Buchenwald deportiert, doch er starb in einem anderen KZ. Die Gebrüder Aerts kamen zunächst in ein Arbeitslager in Polen. Hendrik kam später nach Offenburg, wo er so schwer arbeiten musste, dass er entkräftet starb. Sein Bruder Jozef wurde ins KZ Flossenbrück verlegt und kam dort noch im Mai 1945 ums Leben.
In Beverlo in der flämischen Provinz Limburg wurden jetzt vier „Stolpersteine“ eingeweiht. Hier wird der Notar und Bürgermeister der Gemeine Gaston Ooms geehrt, der den Widerstand unterstützte und verraten wurde. Auch er überlebte das KZ Flossenbrück nicht. Die Widerstandskämpfer Dominic Dekelver und Alfons Heyligen aus Beverlo wurden im KZ Breendonk in Belgien standrechtlich erschossen, nach dem sie verraten und festgenommen wurden. Der vierte „Stolperstein“ erinnert an den Widerständler Albert Huybrechts, der bei einer Razzia durch die Deutschen im zu Beverlo gehörenden Ortsteil Korspel erschossen wurde.
