Die beiden Männer, die am Sonntagmorgen in De Panne (Westflandern) unter dem Verdacht des Menschenhandels festgenommen wurden, sind am Montag vor dem Haftrichter in Brügge erschienen. Dieser erließ Haftbefehl, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte. Die beiden Verdächtigen wollten mit einem motorisierten Schlauchboot zwölf Migranten von Belgien nach Großbritannien einschleusen.
Haftbefehl gegen zwei Männer, die Migranten von De Panne nach Großritannien schmuggeln wollten
Die Kriminalpolizei von Westflandern hatte kürzlich in Zusammenarbeit mit der britischen National Crime Agency (NCA) Ermittlungen gegen eine organisierte Bande aufgenommen, die motorisierte Schlauchboote einsetzte. Die Ermittler wussten, dass zwei Mitglieder der Bande in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit einem Schlauchboot von Großbritannien zur belgischen Küste fahren würden. In De Panne wollten sie zwölf Transmigranten aufladen und zurück mit nach Großbritannien nehmen.
Als die Verdächtigen die Polizei erblickten, rasten sie mit ihrem Boot mit voller Geschwindigkeit auf den Strand zu. Das beiden versuchte daraufhin, in die Dünen zu fliehen, wurde jedoch schnell gefasst. Zur gleichen Zeit wurden in der Nähe zwölf Migranten aufgefunden. Es handelte sich um acht Männer, drei Frauen und ein fünfjähriges Kind.
Polizei besser organisiert als die Schmuggler
Die beiden 34 und 44 Jahre alten Männer wurden nach ihrer Vernehmung dem Haftrichter vorgeführt. Dieser beschloss, sie wegen Menschenhandels anzuklagen. Die Ratskammer in Brügge wird am Freitag darüber entscheiden, ob die Untersuchungshaft verlängert wird. Ein dritter 46-jähriger Mann wurde im Laufe des Sonntags in Aylesbury im Vereinigten Königreich festgenommen.
Laut der Staatsanwaltschaft von Westflandern handelt es sich um eine im Vergleich zu früheren Fällen gut organisierte Form des Menschenhandels. "Sie benutzen ein schnelleres, größeres und viel zuverlässigeres Boot, das von zwei Motoren angetrieben wird. Dank dessen kann die Überquerung des Ärmelkanals viel schneller erfolgen", sagte Staatsanwalt Frank Demeester.
Seiner Meinung nach war die Polizei jedoch besser organisiert. "Nichts wurde dem Zufall überlassen. Die Polizei wollte um jeden Preis verhindern, dass die Migranten das Boot betreten und sich der Lebensgefahr aussetzen", schloss er.
