Auf den Genter Friedhöfen gibt es noch viele alte und ungewöhnliche Grabmäler, hinter denen sich häufig aufregende Geschichten verbergen. Georges Martens-Sotteau, der auf dem Friedhof von Sint-Amandsberg bestattet wurde, ließ sich ein Grab mit Öffnungen und ein Sarg mit einem Fenster bauen, weil er den Scheintod fürchtete.
Aus Angst vor dem Scheintod ließ ein Mann aus Gent Grabmal mit Öffnungen und Sarg mit Fenster bauen
Georges Martens-Sotteau war ein wohlhabender, kinderloser Rechtsanwalt, der 1938 in einem imposanten Grabmal auf dem Friedhof von Sint-Amandsberg beigesetzt wurde. Mit dem seltsamen Bau ist eine außergewöhnliche Geschichte verbunden, die der Hobbyarchäologe Frank Depreitere für VRT NWS aufgedeckt hat.
Im Laufe seines Lebens hatte Martens-Sotteau eine panische Angst vor seiner Beerdigung entwickelt. Er befürchtete, nach der Bestattung aus einer Art Scheintod in seiner Gruft zu erwachen”, fand Frank Depreitere heraus. Deswegen ließ er eine sich eine Gruft mit besonderen Elementen bauen.
Guckloch, Glockenturm und Zeitungsabonnement
"Der Mann hatte testamentarisch festgelegt, dass die Tür zu seiner Grabkammer für immer offen bleiben sollte, damit er sich selber befreien konnte, falls er aufwachen sollte”, so Depreitere. Auch im Sarg, der in die Gruft gestellt wurde, war eine Aussparung vorgesehen. "In der Höhe des Kopfes befand sich ein kleines Fenster aus Glas. Auf diese Weise konnte man sehen, ob Martens-Sotteau die Augen geöffnet hatte."
“Die Spitze dieses Grabmals ähnelt einem Kirchturm mit Glocken, die man hören konnte.”
Frank Depreitere, Amateur-Stadtarchäologe
"Die Spitze dieses Grabmals ähnelt einem Kirchturm mit Glocken, die man hören konnte, falls Martens-Sotteaus von seinem Scheintod erwachen würde. Um sicherzustellen, dass genügend Besucher vorbeikommen und ihn entdecken würden, hatte der Mann im Testament festgelegt, dass er sechs Monate lang eine Tageszeitung abonnieren würde. Diese brachte der Briefträger so lange jeden Tag am Grabmal vorbei."
"Alle Sondermaßnahmen waren umsonst, der Mann ist einfach gestorben und nicht mehr aufgewacht", so der Hobbyarchäologe von Gent abschließend. "Aber es ist eine tolle Geschichte und ein ganz besonderes Grabdenkmal."
