Die flämische Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) ist erbost, dass ihr Entwurf für einen neuen Gülleaktionsplan bereits durchgesickert ist. Die Absicht der Ministerin, die Wasserqualität in Flandern zu verbessern, hat wütende Reaktionen bei den Landwirten und der kartoffelverarbeitenden Industrie ausgelöst. Demir nennt die undichte Stelle in TV-Magazin De zevende dag einen "organisierten Angriff", signalisiert aber Gesprächsbereitschaft.
Flämische Umweltministerin Demir nach Reaktionen auf ihren Entwurf für neuen Gülleplan: organisierter Angriff
Da die Wasserqualität in Flandern noch verbesserungwürdig ist, muss ein siebter Gülle-Aktionsplan (im Fachjargon MAP7") erarbeitet werden. Das Kabinett der flämischen Umweltministerin Zuhal Demir und ihre Verwaltung haben einen ersten Entwurf zu Papier gebracht, der binnen zehn Tagen mit den betroffenen Sektoren diskutiert werden muss. Am Samstag erschien der Text bereits in der Zeitung De Tijd. Dass die Ministerin die Güllenormen weiter verschärfen will, alarmiert die Landwirte und die kartoffelverarbeitende Industrie.
Todesstoß
"Der vorliegende Plan ist für die Landwirtschaft in Flandern inakzeptabel und kommt einem Todesstoß gleich”, reagierte der flämische Bauernverband: Er wird die Produktion aller landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen in Flandern drastisch reduzieren und sogar einige Kulturen verbieten.”
Christophe Vermeulen, Geschäftsführer des Verbandes der Kartoffelhändler und -verarbeiter Belgapom, schließt sich dieser Kritik an, wie er in der Sendung De zevende dag erklärte: "Dieser Plan wird 80 Prozent des Kartoffelanbaus in Flandern zerstören. Das bedeutet, dass wir einer sehr erfolgreichen Industrie den Todesstoß versetzen, einschließlich der Pommes-frites-Tradition in Belgien.”
"Ich bin ein großer Fan von mutiger Politik. Ich verstehe, was sie vorhat, und verstehe, dass sie sich für eine bessere Wasserqualität einsetzen will. Aber es gibt einen Unterschied zwischen mutig und rücksichtslos.” Vermeulen nannte die Tatsache, dass der Text ohne Rücksprache an die Öffentlichkeit gelangt ist, “einen unglaublichen Mangel an Respekt.”
