Die Inflation ist in Belgien auch in diesem Monat weiter angestiegen und liegt derzeit bei 12,27 %. Das ist der höchste Wert seit Juni 1975. Dass die Teuerungsrate im Vergleich zum Oktober 2021 so hoch angestiegen ist, liegt, wie schon in den vergangenen Monaten auch, ab den hohen Preisen für Energieprodukte. Doch auch die Preise für Lebensmittel steigen in unseren Land weiter an. Gleichzeitig aber ist auch das Wirtschaftswachstum in Belgien leicht gesunken - zum ersten Mal seit der Coronakrise.
Die Inflation steigt auch in Belgien weiter, während das Wirtschaftswachstum sinkt
Ein Problem ist hierbei auch die automatische Anpassung der Löhne und Gehälter an den Index. Jedes Mal, wenn der Index steigt, gehen auch die Einkommen nach oben.
Zudem steigt auch der sogenannte „Spilindex“, der Schwellenindex. Das führt dazu, dass die Gehälter der Beamten und der Beschäftigten im öffentlichen Dienst sowie die Sozialleistungen um 2 % steigen. Im Monat darauf folgen auch Lohnerhöhungen für Beschäftigte in der Privatwirtschaft, je nach Sektor bzw. Tarifabkommen.
Im laufenden Jahr 2022 ist dieser Schwellenindex bereits viermal gestiegen. Auf etwa 1 Million Arbeitnehmer, deren Löhne und Gehälter jedes Jahr im Januar an den Index angepasst werden, wartet zum Jahresanfang rund 11,5 % mehr Geld.
Die stetig steigenden Preise sind auch darauf zurückzuführen, dass auch in Belgien die Lebensmittelproduzenten die steigenden Energie- und Personalkosten an den Einzelhandel und damit an die Kunden weitergeben.
Sinkendes Wirtschaftswachstum
Zum ersten Mal seit der Coronakrise ist das Wirtschaftswachstum in Belgien leicht gesunken. Dies ist aus einer ersten Berechnung der Belgischen Nationalbank (BNB) ersichtlich. Das Brutto-Inlandsprodukt ist in den Monaten Juli, August und September 2022 um jeweils 0,1 % nach unten gegangen.
Vor allem bei der Industrie sind die Aktivitäten Rückläufig, denn auch hier schlagen die steigenden Preise für Energie und Rohstoffe arg zu Buche. Mehrere Großunternehmen haben auch diese Grunde ihre Produktion zurückgeschraubt und sogar in Einzelfällen Werke ganz heruntergefahren.
Vor einigen Wochen hatte die Nationalbank bereits zu erkennen gegeben, dass unser Land auf eine leichte Rezession zusteuert. Die aktuellen Zahlen scheinen dies zu bestätigen.
