Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB erhöht ab Februar 2023 die Fahrpreise um durchschnittlich 8,73 %. Nach Ansicht der Bahn ist dies angesichts von steigenden Energiepreisen und der Inflation nicht zu umgehen. Dies sei keine einfache Entscheidung, so die Bahn, doch mit rund 3.800 Reisezügen pro Tag sei man der größte Stromverbraucher des Landes, hieß es dazu.
Die belgische Bahn erhöht ihre Tarife ab dem 1. Februar 2023 drastisch um fast 9 %
Ab dem 1. Februar 2023 werden die Standard-Fahrscheine bei der belgischen Bahn 8,73 % teurer. Abonnements für Berufspendler werden sogar um 9,73 % teurer. Für Jugendliche und Senioren steigen die Tarife ebenfalls, aber weniger stark, als bei den regulären Tickets. Ein Seniorenticket wird ab dann 7,80 € kosten, also 60 Eurocent mehr. Die sogenannten „Youth Tickets“ für einfache Fahrten werden dann 7,10 € kosten, 50 Eurocent mehr als bisher.
Die NMBS/SNCB gibt an, dass ihre Energierechnung im kommenden Jahr um 200 Mio. € höher liegen wird, als 2023 und auch die Indexierung der Löhne und Gehälter der Mitarbeiter hätten einen großen Effekt auf die Bilanzen. Die steigenden Fahrpreise für die Reisenden und die Pendler würden diese Mehrkosten nur teilweise decken, hieß es weiter dazu.
Die Bahn arbeitet derzeit an einigen neuen Ticketformeln, die auf die Zeit abgestimmt werden sollen, zu denen die Reisenden ihre Fahrt antreten. Das bedeutet unterschiedliche Tarife zu den Stoß- und den Hauptverkehrszeiten bzw. günstigere Fahrpreise an den sogenannten Tagesrandzeiten oder zu Zeiten außerhalb des Berufsverkehrs.
Kein geeigneter Zeitpunkt?
Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet von den frankophonen Grünen Ecolo reagierte am Freitag abweisend auf die Tariferhöhung bei der Bahn: „Ein schlechtes Signal vor allem zu einer Zeit, in der unsere Landsleute mit einer nie dagewesenen Energiekrise konfrontiert werden und alles daran gesetzt wird, damit die Leute den Zug nehmen, um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.“
Gilkinet gab an, seit Wochen an Lösungen zu arbeiten, damit die steigenden Kosten bei der Bahn eben nicht zur Gänze an die Fahrgäste weitergegeben werden. Er schlägt z.B. vor, die Mehrwertsteuer auf Bahnfahrscheine zu streichen, was er als Maßnahme bei der Bahn und bei seinen Kollegen in der Regierung weiterhin verteidigen werde. Dies müsse Teil der Steuerreform werden, die die belgische Bundesregierung noch vor dem Jahresende vorlegen will.
