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Inland
Politik

Der Krankenschein für einen Tag wird in Belgien (teilweise) abgeschafft

In einem neuen Gesetzespaket hat die Erste Kammer im belgischen Bundesparlament jetzt auch den Krankenschein für einen Tag so gut wie abgeschafft. Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern können damit dreimal pro Jahr aus Krankheitsgründen abwesend sein, ohne dafür ein ärztliches Attest vorlegen zu müssen. Damit soll hauptsächlich der Verwaltungsaufwand für die Hausärzte in Belgien verringert werden. Auch das Thema Langzeitkranke und deren Reintegration in den Arbeitszyklus wurde in einen angepassten Rahmen gefasst. 

Andreas Kockartz
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Dass der Krankenschein für einen Tag teilweise verschwindet, bedeutet allerdings nicht, dass es keine Kontrolle geben wird, wie Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) erklärte: „Der Arbeitgeber kann noch immer verlangen, dass ihn sein Mitarbeiter anruft, um ihm den Grund für seine Abwesenheit zu erklären.“

Der Hausärzteverband Domus Medica begrüßt diese Entscheidung, doch der Arbeitgeberverband VOKA befürchtet Missbrauch. Dies aber wird kaum der Fall sein, wie das HR- und Sozialsekretariat SD Workx erwartet.

Langzeitkranke

Die Anpassung der Regelung rund um den Krankenschein in Belgien ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, das darauf abzielt, Langzeitkranke wieder schneller in den Arbeitszyklus zu integrieren. Das bisherige System zur Reintegration von Langzeitkranken, dass Missbrauch erleichtert, wird angepasst, damit auch z.B. vermieden werden kann, solche Personen entlassen zu können.

Arbeitgeber, die sich in einem solchen Fall auf „höhere medizinische Gewalt“ berufen wollen, um einem Langzeitkranken kündigen zu können, sollen jetzt ein neues Verfahren anwenden. Zudem müssen sie mindestens 9 Monate abwarten und der Betroffene darf sich zu diesem Zeitpunkt nicht in einem Trajekt befinden, über den er wieder in den Arbeitszyklus integriert wird.

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