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Keine eindeutige Leinenregelung? Viele Rehe im Zonienwald von freilaufenden Hunden gerissen

Die Zahl der Rehe im Zonienwald, die von freilaufenden Hunden gerissen und getötet werden, ist seit dem Lockdown im Jahr 2020 deutlich angestiegen. Dies ist aus einer Untersuchung des Brüsseler Instituts für Natur, Wald und Umwelt ersichtlich. Seit dem wurden schon 34 Rehe Opfer von Hunden. Ein Problem dabei ist, dass es keine einheitliche Hundeleinen-Regelung für den Zonienwald gibt, der sich über drei verschiedene Regionen erstreckt, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu schreibt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Wissenschaftler und Naturschützer zerbrechen sich schon seit Jahren den Kopf über die Frage, warum der Wildbestand bei den Rehen im Zonienwald so rasch schrumpft. Am Straßenverkehr kann es nicht liegen, denn hier sind bereits vor Jahren umfassende Maßnahmen ergriffen worden, wie z.B. Ökobrücken über die Straßen, die durch diesen Wald führen.

Ein Grund könnte das Freizeitverhalten der Menschen sein, denn gerade auch seit dem Corona-Lockdown haben die regionalen Natur(schutz)gebiete an Popularität hinzugewonnen, was eigentlich eine positive Entwicklung ist. Doch am Beispiel des Zonienwaldes zeigt sich, dass dies nicht immer eine gute Sache ist.

Ein Wald und drei Regionen

Es hat sich in diesem Waldgebiet, das die belgischen Regionen Flandern, Wallonie und Brüssel berührt, erwiesen, dass die Menschen, die hierher kommen, nicht immer mit den Regeln, die in einem Naturschutzgebiet gelten, vertraut sind.

Dazu gehört auch das Führen von Hunden. Sind diese nicht angeleint, sorgt deren Jagdtrieb dafür, dass sie Wild verfolgen (und mitunter auch erwischen und reißen). Das sorgt dafür, dass dieses Wild, und hier in erster Linie das Rotwild, wegzieht und andere Lebensräume aufsucht.

Keine eindeutige und harmonisierte Regelung

Das Problem der freilaufenden Hunde zeigt sich besonders drastisch im Zonienwald, denn dort wurden seit dem Coronalockdown 2020 bisher 34 Rehe von Hunden gerissen und getötet. Während in Flandern und in der Wallonie eine Leinenpflicht für Hunde im Wald gilt, gibt es ein solches Gesetz in der Brüsseler Hauptstadt-Region (noch) nicht. Dazu müsste das Brüsseler Waldgesetzbuch angepasst werden. Doch dagegen wiedersetzt sich ausgerechnet der regionale Brüsseler Minister für den Tierschutz, Bernard Clerfayt (Défi).

Der linksliberale Politiker wünscht sich zwar auch eine harmonisierte Regelung für den Zonienwald, doch diese soll auch die Wünsche der Hundeliebhaber und -halter berücksichtigen. Brüssels grüner Umweltminister Alain Maron (Ecolo) findet offenbar auch deshalb keine Mehrheit im Regionalparlament, um eine entsprechende Regelung für den Zonienwald zu erreichen. 

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