Knapp 8 Monate nach dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine genießen rund 60.000 Flüchtlinge aus diesem Land bei uns in Belgien befristet einen Schutzstatus. Dies teilte das Ausländeramt in Brüssel mit. Doch es kommen weiter Flüchtlinge aus dem umkämpften Land nach Belgien und es wird immer problematischer, diese hier auch unterzubringen. Auch aus anderen Ländern strömen Asylsucher und Flüchtlinge nach Belgien. Offensichtlich verschärft sich die Flüchtlingskrise in unserem Land weiter.
Rund 60.000 ukrainische Flüchtlinge in Belgien: Ihre Unterbringung wird immer schwieriger
Derzeit gewährt Belgien 59.143 Personen aus dem Ausland einen befristeten Schutzstatus. 57.767 dieser Personen haben die ukrainische Staatsangehörigkeit. In der jüngsten Zeit wächst die Zahl der Ukrainer, die in unserem Land Schutz suchen, wieder. Alleine in den ersten drei Wochen des laufenden Monats Oktober wurde 1.534 von ihnen hier ein Schutzstatus verliehen.
Die, die bei ihrer Ankunft in Belgien noch keine Unterkunft haben, verbleiben im Ariane-Transitzentrum in Brüssel (Foto), von wo aus sie Unterkunft suchen, z.B. bei Privatleuten oder bei Landsleuten in Belgien sowie in den hiesigen Regionen, Städten und Gemeinden.
Doch inzwischen wird es immer schwieriger, für ukrainische Flüchtlinge eine Unterbringung zu finden. Das Rote Kreuz Flandern, dass das Ariane-Transitzentrum für das Ausländeramt Fedasil betreibt, schlägt Alarm: „Aktuell beherbergt Ariane rund 1.000 Personen und die Gesamtkapazität ist fast erreicht.“
Kapazitäten ausgeschöpft?
Inzwischen werden dort zusätzlich auch Asylbewerber aus anderen Ländern untergebracht, denn auch und gerade für sie wird eine vernünftige Unterbringungen immer schwieriger. Viele von ihnen, auch Familien mit Kindern und Minderjährige, müssen nächtelang auf der Straße schlafen, was Ukrainern bisher erspart bleibt. Doch diese bleiben stets länger in diesem Zentrum, was eigentlich nicht geeignet für längere Aufenthalte von 3 Wochen und mehr geeignet ist.
Mittlerweise sinkt auch die Bereitschaft in den Ländern und Regionen in Belgien und auch in den Kommunen, weitere Flüchtlinge - auch solche aus der Ukraine - aufzunehmen; dies nicht zuletzt auch aus Mangel an geeigneten Unterkünften.
Auch bei privaten Initiativen sind die Räumlichkeiten ausgeschöpft und Familien, die noch Ukrainer aufnehmen können und wollen, sind rar gesät. Die Behörden haben zudem nicht mehr viele Möglichkeiten, solchen Flüchtlingen Unterkunft in Hotels, Ferienwohnungen oder -häusern anzubieten.
