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Inland
Justiz

Terrorprozess in Brüssel: Einer der Angeklagten flieht vor seiner Verhaftung

Wenn am kommenden Montag der Prozess um die Abschläge auf Brüssel und auf den Flughafen in Zaventem vom 22. März 2016 beginnt, dann fehlt einer der Verdächtigen auf der Anklagebank. Ibrahim Farisi konnte sich am Mittwoch seiner Verhaftung durch Flucht entziehen. Sein Bruder Smaïl Farisi wurde hingegen festgenommen, die die flämische Tageszeitung De Morgen meldet.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Bundesstaatsanwaltschaft hat gegen Smaïl Farisi (37) und seinen Bruder Ibrahim Farisi (34) Anklage wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Zusammenhang mit den Anschlägen von 22. März 2016 erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, Ibrahim El Bakraoui - einem der Hauptverdächtigen, dessen Bruder Khalid El Bakraoui und dem schwedischen Terrorismusverdächtigen Ossama Krayem vor den Anschlägen Unterschlupf in ihrem Flat in der Kazernestraat im Brüsseler Ortsteil Etterbeek geboten zu haben.

Die beiden Brüder haben stets an der Aussage festgehalten, sie hätten nicht gewusst, dass ihr Appartement als Safehouse für Terroristen genutzt werde. Doch dies hielten die Staatsanwaltschaft und die Polizei für nicht wirklich glaubwürdig, denn die Farisis hatten nur kurz danach das Flat gründlich gereinigt und ihre Sachen daraus weggeschafft, statt die Justiz zu unterrichten.

Die Brüder, die sich als einzige der 10 Verdächtigen bzw. Angeklagten auf freiem Fuß befanden, sollten im Hinblick auf den Prozess doch noch festgenommen werden, doch Smaïl wusste davon und zog es vor, zu fliehen. Die Anwälte der Farisis geben zu verstehen, dass sie für die angeordnete Festnahme ihrer Mandanten kein Verständnis haben, weil keine Fluchtgefahr bestehe… Die Staatsanwaltschaft reagierte auf Anfragen von Seiten der Medien nicht auf den Vorfall. 

Glaskabinen für die Angeklagten weiter in der Kritik

Der Prozess ist noch vor seinem Beginn am kommenden Montag gehörig unter Druck geraten. Die Anwälte der Angeklagten kritisieren die gläsernen Boxen, in denen ihre Mandanten dem Prozess folgen müssen. Diese Boxen würden einen vernünftigen Kontakt und Austausch zwischen den Angeklagten und ihren Anwälten erschweren bzw. unmöglich machen. 

Umstrittene Glasboxen für die Angeklagten

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