Die Besitzer von Gebäuden in Brüssel, in denen historische Aufzüge Dienst tun, haben vier Jahre länger Zeit, diese zu modernisieren, damit sie den aktuellen Vorschriften und Sicherheitsnormen entsprechen können. Dies teilte Brüssels regionaler Städtebau- und Kulturerbeminister Pascal Smet (Vooruit/one.brussels) mit. Dem Königlichen Beschluss zu diesem Vorgang wird eine neue Kategorie hinzugefügt: „Historische Lifte“.
Historische Aufzüge: Brüssel gibt Besitzern von betroffenen Gebäuden noch mehr Zeit zum Modernisieren
Im Februar 2021 gaben Belgiens Wirtschafts- und Arbeitsminister Pierre-Yves Dermangne (PS) und Brüssels Städtebau- und Kulturerbeminister Pascal Smet bekannt, dass sie gemeinsam an einer Lösung für den Erhalt der zahlreichen historischen Aufzüge in der Hauptstadt-Region arbeiten würden.
Eigentlich müssen diese Lifte, wenn sie vor 1958 gebaut wurden, bis zum 31. Dezember 2022 den aktuellen Sicherheitsnormen angepasst werden. Doch dies bringt mitunter mit sich, dass sie ihrer historischen technischen Substanz und ihrer ästhetischen Optik beraubt werden. Das soll vermieden werden, wie sich nicht nur Fans und architekturinteressierte Menschen wünschen (zu denen die beiden oben genannten Minister zweifelsohne gehören).
Jetzt bekommen die Eigner von „historischen Liften“ bis Ende 2027 Zeit, ihre Aufzüge den Normen anzupassen. Auch die entsprechenden Regeln wurden den historischen Punkten etwas angepasst. Darauf konnte sich Brüssel mit den anderen belgischen Ländern und Regionen und mit den zuständigen Behörden und Fachgremien einigen.
Sicherheit durch "alternative Techniken"
Demnach muss aktuell die Sicherheit der Nutzer solcher Aufzüge und die der Techniker gewährt sein, die diese historischen Lifte warten und reparieren müssen. Hier sollen „alternative Techniken“, wie elektronische Sicherheitssysteme zur Anwendung kommen. Da manche dieser Lifte Konstruktionen sind, die auf die jeweiligen Gebäude abgestimmt wurden, müssen wohl nicht selten spezielle Sicherheitsanlagen spezifisch entwickelt werden.
Jetzt liegt die Anpassung des betreffenden Königlichen Beschlusses zum Passus „historische Lifte“ bei den entsprechenden Gutachtern der föderalen Behörden in Belgien. Fans und Fachleute freuen sich schon jetzt darüber, dass hier ein „historischer Fehler vermieden werden konnte.“
Inzwischen sind rund 800 Lifte mit Baujahr vor 1958 in Brüssel bekannt und registriert und diese sind in ihrem Bestand durch den oben genannten Vorgang „gerettet“. Doch es soll noch hunderte weitere alte Aufzüge in der belgischen Hauptstadt-Region geben, die noch nicht in diese Liste aufgenommen werden konnten - schlicht und einfach, weil sie noch nicht bekannt sind.

