Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf des aus der belgischen Armee desertierten Soldaten Jürgen Conings hat der zuständige Ermittlungsrichter den Fall abgeschlossen. Er wird die Akte jetzt an die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel übergeben, die diese abschließend begutachtet, um einen Abschlussbericht aufzustellen.
Nach aller Wahrscheinlichkeit wird die Staatsanwaltschaft den Fall zu den Akten legen, da der Tod von Jürgen Conings ohne Dazutun anderer Personen erfolgte. Conings nahm sich auf der Flucht vor Polizei und Armee das Leben.
„Der Staatsanwalt, der mit diesem Dossier vertraut ist, wird dieses erst gründlich durchnehmen müssen und wird erst danach einen Entschluss zu einem Abschlussbericht fällen“, so Eric Van Duyse, Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel, gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga.
Der Fall Jürgen Conings
Jürgen Conings verschwand am 19. Mai 2021 und hatte sich demnach unerlaubt aus dem Dienst verabschiedet. Der Korporal der belgischen Armee hatte ein Arsenal an Kriegswaffen aus seiner Kaserne in Leopoldsburg (Limburg) gestohlen und er hatte mehrere Personen und öffentliche Einrichtungen in mehreren Schreiben Personen bedroht. Darunter befanden sich z.B. Politiker und Virologen, die teilweise unter Polizeischutz gestellt wurden.
Conings, Rechtsradikaler und Coronaleugner, hatte sogar Fans und Unterstützer in der Zivilbevölkerung und es machten Verschwörungstheorien die Runde, die bis heute nicht ganz verstummt sind.
Conings wurde einige Tage nach seinem Verschwinden aus der belgischen Armee entlassen. Das Bundesverteidigungsmuseum hatte seinerzeit ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Dazu gehörte auch eine Amtsenthebung, da Conings den Rang eines Korporals trug.
Am 20. Juni 2021 wurde die Leiche des flüchtigen Soldaten eher zufällig gefunden und zwar unweit von Gebieten, in denen Polizei und Armee nach ihm gesucht hatten. Offenbar hatte sich Conings nur kurz nach seinem Verschwinden selbst das Leben genommen.
Nach den umfassenden Suchaktionen, an denen grenzüberschreitend auch die Polizei in den Niederlanden und Deutschland beteiligt war und auch Interpol, wurden einmal mehr (Kommunikations)Probleme bei Polizei und Armee bekannt. Conings stand beim Kontrollorgan für Bedrohungsanalyse als „potentiell gefährlich“ bekannt, doch diese Information erreichte weder die Polizei, noch die Armee.
